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Ehemaliges Lotsenschiff nach 3000 Arbeitsstunden wieder im Wasser

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erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt/Beidenfleth | Hans van Weelden saß in einer Gaststätte, als er das etwas ungewöhnliche Geschäft machte. Denn der Glückstädter kaufte 2006 die "Pema". Ein Lotsenversetzboot, das kurz vorher im Glückstädter Hafen gesunken war.

Der damalige Eigentümer Heinrich Pekeler fand nach dem Unglück in dem Glückstädter Unternehmer van Weelden einen Käufer. Dieser wollte die Barkasse ursprünglich beruflich für den Gerüstbau an Sperrwerken in den Niederlanden nutzen, doch daraus wurde nichts.

Plötzlich war er Besitzer eines 17,5 Meter langen Schiffes aus dem Jahr 1957, das er nur privat nutzen konnte. Und die Pema war so reparaturbedürftig, dass sie erst einmal an Land musste. Freunde und Bekannte hatten Lust, dass ehemalige Lotsenversetzboot wieder flott zu machen. Zwölf Männer leisteten rund 3000 Arbeitsstunden in fünf Jahren. Und mit Detlef-Herrmann Beimgraben hatten sie jemanden, der in Beidenfleth an der Stör sein Gelände zur Verfügung stellte. "Wir hatten viel Arbeit, aber auch sehr viel Spaß", sagt Thomas Kolbe, einer der Mitstreiter.

Die Arbeiten dauerten länger als geplant. "Wir haben die Außenhaut teilweise ausgebessert, teilweise erneuert", sagt Kolbe. Das Schiff wurde zunächst entkernt. "In Holland haben wir in einem Krankenhaus eine baugleiche Maschine mit wenig Betriebsstunden gekauft, die nur selten als Notfall-Stromaggregat eingesetzt wurde." Allerdings ist die Installation der Maschine noch nicht abgeschlossen.

Ob das Lotsenboot mit künftig 60 Sitzplätzen fahrtüchtig ist, war jetzt die Frage, als es von einem Kran in die Stör gehoben wurde. Als die Pema im Wasser lag, glaubten die Zuschauer einen Moment lang, dass es nicht gut gegangen war. Denn an Bord wurde eimerweise Wasser aus dem Boot geschippt. Es gab Entwarnung, alles war Regenwasser.

Alles ging gut, für die erste Probefahrt wurde die Pema von einem anderen Boot "geschoben". Die Männer fuhren glücklich bis Wewelsfleth. Nur Hans van Weelden konnte nicht mitfahren, er war beruflich verhindert. Er sagte gestern, nachdem er vom gelungenen Start gehört hatte: "Ich habe Bewunderung und Respekt für meine Freunde, die so ein hohes Maß an Disziplin bei der Arbeit gezeigt haben. Sie haben alle eine tolle Zusammenarbeit geleistet." Hans van Weelden freut sich schon auf gemeinsame Fahrten mit seinen Freunden.

In nächster Zeit gibt es noch viel zu tun. "Der Innenausbau erfolgt jetzt am Schlengel in Wewelsfleth nach neuesten Standards", sagt Kolbe.

"Wir wollen nächsten Jahr mit der Pema zur Kieler Woche fahren", zeigt sich Thomas Kolbe optimistisch.

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