Wassertum in Krempe : Düstere Aussichten

Der Kremper Wasserturm ist sichtbar marode. Eine Sanierung würde wohl deutlich teurer werden als gedacht.
Der Kremper Wasserturm ist sichtbar marode. Eine Sanierung würde wohl deutlich teurer werden als gedacht.

Mehr als 400 000 Euro: Die Sanierung des Kremper Wasserturms wird teuer und aufwändig. Die Verwaltung prüft bereits einen Verkauf.

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30. Oktober 2018, 12:01 Uhr

Schon lange ist bekannt, dass der Kremper Wasserturm dringend saniert werden muss. Seit 2015 machen sich die Lokalpolitiker Gedanken, wie das Wahrzeichen der kleinen Marschenstadt gerettet werden kann. Nicht nur das alte Dach ist marode, auch der untere Betonring löst sich auf und die Fugen des Mauerwerks platzen ab. Auf rund 230 000 Euro schätzte Bürgermeister Volker Haack die Sanierungskosten im Frühjahr 2017. Nun wird der Erhalt wohl deutlich teurer.


Deutliche Steigerung des Aufwands erwartet

Während ihrer jüngsten Sitzung beschäftigten sich die Kremper Ratsmitglieder mit dem Thema. Einhellige Meinung: Die Dachkonstruktion (Schieferplatten und Holzschalung) müsse erneuert werden. Da bislang nur von einer Überarbeitung ausgegangen wurde, seien entsprechende Mehrkosten zu erwarten. Ebenso sind einige Stahl-Dachsparren stark korrodiert. Die Holzkonstruktion der mit Schiefer verkleideten Wände ist in Teilbereichen marode. Die in der so genannten Hohlkehle eingeputzten Stahlträger sind ebenfalls teils stark korrodiert. „Hier ist der Putz zu entfernen und die Situation eingehender zu untersuchen“, heißt es im Sitzungsprotokoll. Gleiches gelte für den gemauerten umlaufenden Kranz. Das Tragverhalten der Fassade sei zu klären.

Schon jetzt scheint festzustehen, dass eine deutliche Steigerung des Sanierungsaufwands zu erwarten ist. Auch der bisherige Zeitplan ist nicht einzuhalten und die bewilligten Fördermittel können in gesamter Höhe dieses Jahr nicht mehr abgerufen werden. Das Landesamt für Denkmalpflege prüft eine Verlängerung in das Jahr 2019 hinein. Bürgermeister Haack teilte mit, dass ihn eine überarbeitete Kostenschätzung des beauftragten Ingenieurbüros erreicht habe. Danach belaufen sich die Kosten allein für die Sanierung des Turms auf 414 554 Euro. Tenor der Ratsmitglieder: Eine Sanierung sei aus finanzieller Sicht nur schwer möglich.


Turm in bedauernwertem Zustand

Der Turm befinde sich in einem bedauernswerten Zustand, merkte Gerd Kilbienski an. Aufgrund der Kosten könnten nur die notwendigsten Maßnahmen ergriffen werden. Ab Ende Oktober entstehen zusätzliche Kosten für das Gerüst. Als Vorsitzender des Fördervereins für Denkmalpflege in Krempe sieht Kilbienski keine Möglichkeit, den Turm in den nächsten 20 Jahren in anderer Weise zu nutzen. Entsprechende Alternativvorschläge sollten erarbeitet werden. Reinhard Riemann will die Sanierung so sparsam wie möglich durchführen, wobei man sich auf die Verkehrssicherungsmaßnahmen konzentrieren müsse, damit niemand zu Schaden komme.

Klaus-Peter von Hollen schlug vor, den Turm zu verkaufen. Er sehe Interessenten, die in derartige Objekte Geld investieren könnten. Die Ratsversammlung beschloss, das Thema im Bauausschuss weiter zu diskutieren. Der hat inzwischen getagt – ohne Ergebnis. Einstimmig wurde beschlossen, die Angelegenheit zur Beratung in die Fraktionen zurückzugeben. Parallel soll ein möglicher Verkauf durch die Verwaltung geprüft werden.

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