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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 02:37 Uhr

Prinovis : Druckerei-Gelände: Zukunft offen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für das Areal der Großdruckerei, die im April 2014 schließt, wurde noch kein Investor gefunden. Vertreter der Industrie- und Handelskammer drängen auf Umsetzung der Südspange.

Was wird aus den Mitarbeitern – und was wird aus dem Gelände? Das waren die beiden großen Fragen, die im Raum standen, seit die Entscheidung zur Schließung der Druckerei Prinovis bekannt wurde. Mehr als 1000 Beschäftigte werden in eine ungewisse Zukunft entlassen, wenn die Produktion im Itzehoer Werk zum 30. April 2014 ausläuft.

Der Sozialplan für die Beschäftigten wurde nach acht harten Verhandlungsrunden und viel öffentlichem Druck Anfang Juni beschlossen. Seitdem ist es ruhig geworden um die Traditionsdruckerei. Vom Tisch ist das Thema jedoch noch lange nicht. Denn wie die künftige Nutzung des rund 20 Hektar großen Geländes zwischen Voßbarg und Störfischerstraße aussehen wird, ist noch vollkommen unklar.

„Derzeit finden unter Beteiligung von Wirtschaftsförderungsverbänden, Vertretern der Stadt, des Landes und von Prinovis Diskussionen über Entwicklungsoptionen für das Gelände statt“, erklärt Unternehmenssprecher Alexander Adler auf Anfrage. „Hier gibt es noch kein Ergebnis.“ Es sei die Erstellung eines Standortprofils bei einem auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Immobilienverwerter in Auftrag gegeben worden.

Das ist ganz im Sinne der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. „Damit potenzielle Investoren auf das Gelände aufmerksam werden, ist es nötig, es professionell zu vermarkten“, betont Dr. Martin Kruse, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, Innovation und Umwelt der IHK. „Hierfür bieten sich die WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein sowie die Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb) an.“ Zunächst müsse das Ziel sein, einen einzigen Investor zu finden. Gelinge das nicht, sei die Ansiedlung mehrerer Nutzer die zweite Alternative. Um Synergieeffekte zu erreichen, solle die Ansiedlung von Unternehmen der Branchen ins Augen gefasst werden, die in der Region bereits vertreten sind – das seien Lebensmittelindustrie, Maschinenbau, Metallverarbeitung, Pharmazie und Chemie. Auch Niedersachsen müsse man dabei im Blick behalten, denn „die geplante Querung der Elbe im Zuge der Küstenroute A20 wird für ein Zusammenwachsen der Region beidseits des Flusses sorgen.“

Für die Stadt müsse das Ziel ganz klar sein, die industrielle Nutzung des Geländes „unter allen Umständen“ zu erhalten, meint Kruse. Dafür gebe es eine wesentliche Voraussetzung: „Die Stadt sollte sicherstellen, dass das Gelände zeitnah einen direkten Zugang zum Hafen Itzehoe erhält.“ Industriegebiete mit Zugang zu Häfen seien Mangelware – und die Nähe zum Hamburger Hafen eine Chance. Deshalb müsse die Stadt „schnellstmöglich eine Entscheidung über die zu realisierende Variante der Südspange treffen und diesen Beschluss auch umgehend umsetzen“. Das sei sie auch den ansässigen Firmen schuldig.

Um gemeinsam zu überlegen, wie eine Nachnutzung für das Gelände gefunden werden kann, sei ein runder Tisch ins Leben gerufen worden, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Aber es muss klar sein: Der Ball liegt bei Prinovis.“ Es gebe die Zusage von Prinovis-Chef Dr. Bertram Stausberg, dass das Areal kein „zweites Alsen“ werde. „Das nehmen wir ernst, das ist die Forderung, die wir als Stadt haben.“ Es sei zunächst darum gegangen, „die Belegschaft gut zu bedienen“, nun gehe es darum, „dass die Stadt nicht leiden muss“. Dabei sieht Koeppen auch das Land in der Pflicht. „Es hat versprochen, dass es uns nicht im Regen stehen lässt.“

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erstellt am 10.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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