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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 22:22 Uhr

Flüchtlinge : Drohung gegen Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unbekannter klebt Plakate an die Geschäftsstelle unserer Zeitung und an das Rathaus mit einer Drohung gegen Gerhard Blasberg

von
erstellt am 04.Dez.2015 | 20:10 Uhr

„Es ist eine Morddrohung“, so sieht Bürgermeister Gerhard Blasberg die Texte, die gestern auf drei ihm bekannten Plakaten standen. Eines davon klebte auf der Schaufensterscheibe der Geschäftsstelle unserer Zeitung: „Blasbalg schaffen Sie die syrischen Vergewaltiger weg – oder wir schaffen Sie ab“, war darauf zu lesen.

Eine ähnliche Formulierung hatte er bereits vor einigen Monaten bekommen. „Das ist die Kopie des altes Textes“, sagt er zu einem Plakat, das am Rathaus hing. Damals habe er die Drohung noch anders interpretiert – er hatte sie nicht ernst genommen. Auch weil er in seiner Amtszeit häufiger Drohungen bekommen habe, die sich aber in der Regel auf Amtshandlungen bezogen haben. Vor einigen Monaten bezogen sich die Schriften, die er bekam, auf einen jungen Syrer, so Blasberg. Der damals 19-Jährige hatte vor Gericht gestanden, weil er eine 20-jährige Frau am Roten Weg überfallen hatte.

Die neuen Texte schockierte Blasberg jetzt dann doch. Zwei Plakate ähnlichen Inhaltes hingen am Rathaus, bestätigte der Verwaltungschef. Dort wurde der Bürgermeister als „Blaseberg“ bezeichnet. Dieser Ausdruck wird auch öfter auf Facebook-Eintragungen für ihn verwendet.

Inzwischen hat der Staatsschutz in Itzehoe die Ermittlungen aufgenommen. Glückstädter Polizeibeamte haben die Schriftstücke an die dortigen Kriminalpolizeibeamten übergeben. In Itzehoe sollen sie unter anderem auf Fingerabdrücke untersucht werden. Möglicherweise haben auch Zeugen etwas gesehen oder es kann die Handschrift identifiziert werden. Polizeipressesprecherin Merle Neufeld erklärte gestern: „Geprüft wird jetzt, welcher Straftatbestand erfüllt wird.“

Denkbar ist für Blasberg jetzt, dass das neue Plakat im Zusammenhang steht mit einem Übergriff, der sich vor zwei Wochen ereignet haben soll. Eine Glückstädterin hatte sich bei der Polizei gemeldet und angezeigt, dass sie von vier Männern angefallen worden sei (wir berichteten). Weil sie nach eigenen Angaben einen der Angreifer zu Boden streckte, konnte sie fliehen. Die Täter hatte sie nicht erkannt.

Gerhard Blasberg engagiert sich zurzeit ehrenamtlich für die Flüchtlinge auf dem ehemaligen Kasernengelände. Dort ist er für das DRK tätig. Zu seinen aufgaben gehört, die Belegung der neuen Gäste zu regeln.

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