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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 11:27 Uhr

Droht Beidenfleth eine Pflichtwehr ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Werbekampagne der Brandbekämpfer läuft ins Leere / Letzte Hoffnungen ruhen auf einem Info-Nachmittag am 24. Oktober

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 17:38 Uhr

Enttäuscht blickt der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Beidenfleth auf die jüngste Werbeaktion. „Leider ist keiner unserer Einladung gefolgt“, sagt Klaus Voß. Der Wehrführer ist aber noch nicht entmutigt. Mit einigen Kameraden will er in einem Informationsnachmittag am Sonnabend, 24. Oktober, ab 14 Uhr im Gerätehaus einen Einblick in das Feuerwehrwesen geben und die Fahrzeuge und Ausstattung zeigen und vorführen. „Ich hoffe, wir haben damit mehr Glück“, sagt Voß. Sonst steht die Gemeinde Beidenfleth in absehbarer Zeit vor der Aufgabe, eine Pflichtfeuerwehr einrichten zu müssen.

Eine Pflichtfeuerwehr muss immer dann eingesetzt werden, wenn der Brandschutz mangels Personal nicht mehr gewährleistet ist. Die Sollstärke einer Wehr richtetet sich nach der Einwohnerzahl und dem vorliegenden Gefahrenpotenzial. In Beidenfleth bedeutet das, dass mindestens 27 aktive Feuerwehrleute minus einer Löschgruppe der Wehr angehören müssen. „Eine Löschgruppe sind neun Leute, im Fachjargon 1/8, drei Löschgruppen müssen wir stellen, ab zwei muss eine Pflichtfeuerwehr eingesetzt werden“, erläutert Klaus Voß. Momentan hält die Wehr 28 Mitglieder vor – einschließlich der Reserveabteilung. „Wir können die geringe Personalstärke mit der Jugendfeuerwehr nicht mehr auffangen.“

Im Notfall wird die Pflichtfeuerwehr vom Dienstherrn, dem Bürgermeister, aus der Einwohnerschaft rekrutiert. Wird dessen Aufforderung nicht Folge geleistet, können Bußgelder erhoben werden. „Eine Pflichtwehr ist kein Spaßprogramm, das müssen sich die Bürger klarmachen.“

Die genaue Handhabe ist im Brandschutzgesetz Paragraf 16 geregelt. Dort heißt es unter anderem „… alle Bürgerinnen und Bürger vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 50. Lebensjahr sind verpflichtet, Dienst in der Pflichtfeuerwehr als ehrenamtliche Tätigkeit für die Gemeinde zu übernehmen und auszuüben, …“ Dass Feuerwehr nicht nur Pflicht ist, sondern auch zum Spaßprogramm werden kann, zeigen gemeinsame Ausflüge, die Beteiligung bei Maifeuer und Lampionfahrt sowie die Ausrichtung des jährlichen Winterfestes. In diesem Jahr konnte die Beidenflether Wehr ihr 125-jähriges Bestehen feiern.

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