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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 00:41 Uhr

Prozess : Drogengeschäft endet mit Haftstrafen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mildes Urteil: Landgericht setzt Haftstrafe zur Bewährung aus. Hamburger und Frau aus Süderhastedt müssen sich wegen Drogenhandels mit selbst angebautem Marihuana verwantworten.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Sie wollten mit selbstangebautem Marihuana ins Drogengeschäft einsteigen – und wurden erwischt. Gestern endete der Prozess vor dem Landgericht Itzehoe. Die von Strafrichter Klaus Emmermann geführte Kammer verurteilte einen 51-jährigen Hamburger zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Seine Ex-Freundin, eine zeitweise in Süderhastedt lebende 37-Jährige, bekam ein Jahr Freiheitsstrafe aufgebrummt. Beide Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Vor Geldauflagen schützte sie ihre Armut: Lebt der Mann doch von Grundsicherung, sie von Hartz IV. Vor Arbeitsauflagen schützte den Hamburger sein Rollstuhl, die Frau ihr eineinhalb Jahre altes Kleinkind. Weh getan haben dürfte dem Mann höchstens noch die Tatsache, dass das Gericht die insgesamt 47 000 Euro Drogengeld, die Ende Februar 2010 bei einer Durchsuchung seiner Wohnung gefunden wurden, für verfallen erklärte. Im Klartext: Das Geld behält der Staat.

Für Milde im Urteil sorgten die Geständnisse der beiden Angeklagten sowie die mit vier Jahren relativ lange Verfahrensdauer. Auch angesichts der aufgefundenen Drogenmenge ist das Urteil als überaus maßvoll anzusehen. In Busenwurth stellte man damals bei einer Hausdurchsuchung 17 Kilo minderwertiges Marihuana sicher. Das höherwertige Marihuana, 34 Kilo mit neun Prozent THC-Gehalt, war im Januar 2010 für 80 000 Euro an einen Holländer namens Pit verkauft worden. Es war die erste Ernte aus dem Anbau im Resthof an der B5 in Busenwurth. Etwas kleiner fiel die Plantage auf dem mitten in Süderhastedt gelegenen Resthof aus.

Aufgeflogen war die kleine Drogengang bei einer Fahrzeugkontrolle in Osnabrück. Ein Holländer (61) transportierte 199 Cannabis-Setzlinge und reichlich Plantagenzubehör. Er legte ein Geständnis ab, die Häuser in Dithmarschen wurden durchsucht. Der Mann kam 2010 mit elf Monaten auf Bewährung davon. Per Haftbefehl gesucht wird noch der Boss der Bande, ein Reeder.

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