Wirtschaft : Dreifacher Weg in den Job

Geschafft: Klassenlehrer Axel Schneider überreicht Jennifer Puck das erste Zeugnis des Trialen Modells.
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Geschafft: Klassenlehrer Axel Schneider überreicht Jennifer Puck das erste Zeugnis des Trialen Modells.

Erste Zeugnisse für Schüler verteilt, die das triale Modell am Regionalen Berufsbildungszentrum nutzen.

Kay Müller von
15. Februar 2015, 08:14 Uhr

Sie sind die ersten: Die acht Auszubildenden, die am Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) das Triale Modell absolvieren, bekommen ihre Halbjahreszeugnisse. „Das sind wirklich gute und sehr gute Leistungen“, sagt Klassenlehrer Axel Schneider als er den Schülern im RBZ ihre Zeugnisse überreicht. Sie alle haben das neue Triale Modell der Ausbildung gewählt, das die zweijährige Lehre zum Industriekaufmann genauso beinhaltet, wie die Ausbildung am RBZ und ein anschließendes zweijähriges Bachelorstudium an der Fachhochschule Westküste in Heide. Es sei einmalig, dass die Auszubildenden aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen eine Hochschule in der Nähe besuchen könnten, bei trialen Modellen in anderen beruflichen Bildungszentren seien die Wege meist sehr viel weiter, sagt RBZ-Leiter Klaus-Peter Teske. „Das ist eine Ausbildung, in der viel Leistung gezeigt werden muss. Dafür bietet das Triale Modell im Vergleich zu der dualen Ausbildung mit Studium und Lehre viele Vorteile“, so Teske weiter. „Denn die ist meist länger bindend“, ergänzt der RBZ-Abteilungsleiter für die kaufmännische Erstausbildung, Frank Hamester. „Die Unternehmen binden sich nur für die zwei Jahre der Ausbildung an die Auszubildenden – und umgekehrt ist es genauso. Das gibt allen mehr Freiheiten.“

Doch die meisten der Schüler wollen gern in ihrem Betrieb bleiben. „Dem Unternehmen kommt ja auch zu Gute, dass wir einen hohen Praxisteil absolviert haben, uns aber auch in der Theorie auskennen“, sagt Mirko Stehn, der bei Kölln in Elmshorn lernt. Und Jennifer Puck, die bei den Heider Stadtwerken ihre Ausbildung absolviert, ergänzt: „Wir haben ja auch die Möglichkeit, während des Studiums eventuell in den Semesterferien weiter für das Unternehmen zu arbeiten.“ Denn während des Studiums sind die Auszubildenden finanziell auf sich allein gestellt.

Das Triale Modell hält Schulleiter Teske auch für andere Berufe geeignet – allerdings will er erstmal die Nachfrage für das bestehende Angebot vor seiner Haustür stärken: „Wir haben bislang nur Schüler aus Pinneberg und Dithmarschen. In Steinburg sind die Firmen noch etwas zögerlich. Wir wollen, dass sich das ändert.“

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