zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:23 Uhr

„Drei Türme Tour“ mit Bibelkuchen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Premiere in Kellinghusen: Erstmals hatte Helga Frey zur Drei Türme Tour geladen. Kirchturm, Rathausturm und Luisenberger Turm wurden besichtigt. Dazu gab es lokalhistorsiche Informationen.

Drei Türme weist das Kellinghusen-Logo auf. Seit sechs Jahren gesellt sich ein viertes Bauwerk hinzu: Neben dem klassischen Ensemble Kirchturm, Rathausturm und Luisenberger Turm ist dies der „Tellerturm“ auf dem oberen Marktplatz. Der jüngste und kleinste Turm – offiziell titelt das Kunstwerk von Jo Kley „Table d`hote“ – war Treffpunkt zur Premiere einer ungewöhnlichen Stadtführung: Im Rahmen einer „Drei Türme Tour“ führte die Kellinghusenerin Helga Frey zu den höchsten Aussichtspunkten der Stadt. Einen ersten Eindruck vom Stufensteigen bekamen die Teilnehmer bei der Kletterpartie im Rathaus.

Während sich (wegen der Statik) eine Gruppe in Begleitung des stellvertretenden Bürgermeisters Malte Wicke (BFK) über knarrende Holzstufen den Weg in die höchsten Gefilde des Verwaltungssitzes bahnte, genoss der Rest der Gruppe im Ratssaal einen Imbiss und lauschte den lokalhistorischen Erläuterungen der Tourleiterin. „Das Bild stammt aus der Zeit, als Frauen noch nicht wählen durften“, so Helga Frey über eine Stadtverordnetenrunde in Öl von 1908. Anhand der Frauenportraits an der Stirnseite des Saals verdeutlichte sie, dass Frauen auch vor rund 100 Jahren Einfluss nehmen konnten – wenn sie wie die dort verewigten Geschwister Tewes als Brauereibesitzerinnen das nötige Kleingeld besaßen. „Die Geschwister Tewes waren hochgeachtet, sie überließen der Stadt Häuser (Bürgermeisterhaus und BiBeKu-Standort) sowie „Tewes Tannen“, erklärte Frey unter Nicken ihrer Zuhörer. „So können wir Kellinghusen endlich einmal richtig kennenlernen“, schwärmte Ingrid Krause. Mit Ehemann Uwe sei sie zwar schon seit 1969 in Wrist heimisch. Neben der Berufstätigkeit blieb aber keine Zeit, die Nachbarkommune zu erkunden.

Tiefer in die Stadtgeschichte eintauchen wollten auch die Kellinghusenerinnen Helga Beth und Erika Kratzke. Aus Sachsen nach Hohenlockstedt zugezogen ist Marlies Dettke. Bekanntschaft mit der Störstadt habe sie durch das Mehrgenerationenhaus gemacht, erklärte Dettke. Im Schlepptau hatte die Großmutter jetzt die Enkelsöhne Malik (13) und Junes (10). „Die Türmetour ist doch etwas für den Nachwuchs“, sagte sie.

Nach dem Stopp im Rathaus galt es als nächstes, die 100 Stufen zur Aussichtsplattform des Luisenberger Turms zu bewältigen. Auch die dortige Klettertour unterfütterte die ehrenamtliche Tourenleiterin mit einer Fülle von geschichtlichen Daten und Anekdoten. Bei der Recherche habe ihr Stadtarchivar Richard Kolang zur Seite gestanden.

Schließlich steuerte die Gruppe das Wahrzeichen von St. Cyriacus an. Im Gotteshaus stand Kirchenvorsteher Hinnerk Egge bereit, um die künstlerische Kirchen-Ausgestaltung durch Professor Hans Kock zu erläutern.

Am Ende lüftete Helga Frey das Geheimnis um die zuvor angekündigte Überraschung: Sie reichte selbst gebackenen „Bibelkuchen“ – und versetzte ihre Gäste mit dem ungewöhnlichen Rezept einmal mehr in Erstaunen: Wer den Kuchen nachbacken will, muss die Bibel zur Hand nehmen. Die Zutaten finden sich in verschiedenen Kapiteln und Versen der Heiligen Schrift.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen