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Verurteilt : Drei Jahre Bewährung für 15-fachen Brandstifter

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Kremper hatte sein Feuerzeug immer so lange an Abfallcontainer oder Müllsäcke gehalten, bis sie in Flammen standen. Einmal griff das Feuer auf ein Carport über. Der Täter begründete sein Handeln mit Stress und übermäßigem Alkoholkonsum.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 19:45 Uhr

Ganze 15 Mal hatte ein 48-jähriger Kremper seit Anfang 2012 nachts gezündelt. Meistens hatte er es auf einen Abfallcontainer am Markt abgesehen, an den er sein Feuerzeug so lange hielt, bis der Behälter in Flammen stand. Zwei Mal geriet dabei auch der benachbarte Stromverteiler in Brand, einmal ein Altkleidercontainer. Im Juni vergangenen Jahres zündete er auch mal ein Kunststoffnetz an einem Baugerüst an, kurz darauf eine Gartenlaube, im November dann Müllsäcke am Kirchhof, deren Flammen auf einen Gartenzaun übergriffen.

Die Schäden beliefen sich jeweils auf eine Summe zwischen 200 und 500 Euro. Aus dem Rahmen fällt ein Carport-Brand in der Rathausstraße im Januar dieses Jahres, der dem Kremper ebenfalls angelastet wird. Es entstand ein Schaden von 10 000 Euro. Wieder waren es Müllsäcke, die unter dem Carport lagen, die er ansteckte, und deren Flammen dann übergriffen.

„Von dem Carport weiß ich nichts“, sagte der Kremper jetzt vor dem Itzehoer Schöffengericht. Zu den anderen Taten stehe er aber: „Und das tut mir auch Leid.“ Er sei gestresst gewesen, habe viel getrunken. Das solle sich aber in Zukunft ändern. Seit vier Jahren ist der 48-jährige nach eigenen Angaben arbeitslos. Eine Ausbildung hat er nicht abgeschlossen, derzeit ist er als Ein Euro-Jobber tätig. Seinen Alkoholkonsum gab er mit zehn bis zwölf 0,33 Liter-Flaschen am Tag an. Seine Ex-Frau wolle ihm nun helfen, sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen. Er arbeite schon deshalb daran, weil er kein schlechtes Vorbild für seinen achtjährigen Sohn sein wolle.

Auch wenn der Angeklagte die Tat mit dem Carport bestritt, Richter Dominik Mardorf legte sie ihm trotzdem zur Last. Bei einer Vernehmung durch Kriminalpolizisten vor einigen Monaten hatte sich der Kremper eindeutig dazu bekannt. Seine Erinnerungslücken würden auf übermäßigem Alkoholkonsum beruhen, vermutete der Richter. Der verurteilte den Brandstifter zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Weil er sich geständig zeigte, wurde sie zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt. Zusätzlich muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und erhielt die Auflage, sich einer Alkohol-Selbsthilfegruppe anzuschließen. Dass der Kremper sein Alkoholproblem allein in den Griff bekomme, wollte der Richter nicht glauben. Er riet dem Arbeitslosen, sich um die Wiedererlangung seines Führerscheins zu bemühen, den er vor Jahren abgeben musste. Das erhöhe die Chance, einen Job zu finden.

 

 

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