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Fördergelder : Drei große Projekte für die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgermeister Andreas Koeppen plädiert auf dem Infoabend zur Städtebauförderung dafür, Gelder in wenigen Maßnahmen zu bündeln

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 20:02 Uhr

Am Ende wird der Bürgermeister pathetisch: „Die Städtebauförderung ist eine Riesenchance für uns. Lassen Sie sie uns nutzen“, ruft er in den Saal des Theaters, in dem gerade die Planer der Big Städtebau das Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren vorgestellt haben. Und Koeppen bekommt nach kurzem Zögern Beifall von den gut 50 Zuhörern. Der Bürgermeister hofft, dass er durch das Programm die Innenstadt verschönern kann, und dafür nur ein Drittel der Kosten aufbringen muss. Denn wenn das Innenministerium den Entwürfen der Planer zustimmt, fördern Land und Bund die Verschönerung zu je einem Drittel.

Wie das genau ablaufen kann, das erklären Carolin Wandzik und Andreas Kiefer von der Big. Sie haben die Innenstadt in den vergangenen Monaten besichtigt – „vorbereitende Untersuchung“ nennen sie das. Was sie dabei Positives oder Negatives entdeckt haben, verraten sie nicht – und auch was die Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an möglichen Verbesserungsvorschlägen diskutiert hat, bleibt im Dunkeln des Theatersaals.

Statt dessen geht es viel um „Maßnahmen“, die „durchgeführt“ werden sollen – und Gutachten, die im Vorwege erstellt werden müssten. „Das kennen wir schon, wir haben schon so viele Gutachten erstellen lassen, ich verstehe nicht, dass wir schon wieder Geld dafür ausgeben müssen“, sagt ein Gewerbetreibender aus der Innenstadt, der in der Lokalpolitik aktiv ist.

Einige andere Zuhörer erhoffen sich aus dem Programm Zuschüsse wenn sie ihre Häuser sanieren, ihnen macht Kiefer aber keine großen Hoffnungen. Andere Hauseigentümer wollen wissen, ob sie eine Verschönerung der Innenstadt Geld kostet. „Nicht direkt“, sagt Kiefer. Aber durch einen möglichen Umbau der Hausumgebung sei eine Wertsteigerung des Grundstückes möglich – und dafür müssten die Anwohner einen Ausgleich zahlen, allerdings erst nach Ende des Programms.

Da reicht es einer älteren Zuhörerin, die an alle appelliert, keine Eigeninteressen zu vertreten, sondern an die ganze Stadt zu denken. Denn schließlich sei ja klar, wo etwas verändert werden müsse. Das zeigen auch die Orte in der Innenstadt, von denen die Zuhörer meinen, dass sie verbessert werden sollen und die sie mit kleinen Punkten auf einer Karte markiert haben. Die meisten prangen am La Couronne Platz, vor dem Theater und am Berliner Platz. Gut möglich, dass sie in ein paar Jahren anders aussehen. „Wir sollten das Geld bündeln – und uns zwei, drei große Projekte raussuchen, die einen großen Effekt für die Stadt haben“, sagt Koeppen. Die wollen die Planer herausarbeiten und in einer weiteren Veranstaltung mit Bürgern diskutieren. Im Sommer soll der Rat dann den Masterplan für Itzehoe beschließen. Beim Rausgehen sagt ein Besucher: „Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung, dass die Stadt mal schöner wird.“

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