Heimatmuseum : Drehscheibe fürs Ölgeschäft

Blickfang: Die aus dem Dithmarscher Landesmuseum geliehene Zapfsäule stand einst beim Brunsbütteler Autohaus Schröder. Museumsleiter Roland Ladage (links)  und Marinemaler Holger Koppelmann mit Exponaten aus  der Meldorfer Sammlung.
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Blickfang: Die aus dem Dithmarscher Landesmuseum geliehene Zapfsäule stand einst beim Brunsbütteler Autohaus Schröder. Museumsleiter Roland Ladage (links) und Marinemaler Holger Koppelmann mit Exponaten aus der Meldorfer Sammlung.

Eine neue Ausstellung im Brunsbütteler Heimatmuseum befasst sich ab 15. Juni mit Themen rund ums schwarze Gold in der Schleusenstadt.

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13. Juni 2014, 12:00 Uhr

Ein ganz wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Schleusenstadt zum landesweit größten Industrie-Areal ist die Anlandung von Erdöl und die Verarbeitung der aus dem schwarzen Gold erzeugten Produkte. Dies greift das Heimatmuseum in einer Ausstellung auf, die am Sonntag um 15 Uhr eröffnet wird.

Die Idee dazu kam Museumsleiter Roland Ladage, als er im vorigen Jahr im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf die Ausstellung über 150 Jahre Erdölförderung in Dithmarschen besuchte. Dabei entdeckte er eine alte Zapfsäule aus den 50er Jahren, die einst in Brunsbüttel stand, beim Autohaus Schröder. Sie ist jetzt ein Teil der neuen Ausstellung,. Diese fasst Ladage in drei Teile: „Öl – Tankschifffahrt – Tankstellen“.

„Brunsbüttel ist eine Drehscheibe für Öl“, sagt Ladage. Es werde als Rohöl angeliefert, seit 1953 über Pipelines zur Raffinerie nach Hemmingstedt gepumpt und gelange von dort in speziellen Produkten wieder nach Brunsbüttel, wo es zu großen Teilen in der chemischen Industrie verarbeitet wird beziehungsweise über Tankstellen und den Heizölhandel beim Endverbraucher landet.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind die Bilder von Marinemaler Holger Koppelmann. Er zeigt Tankschiffe, die bis in die 80er Jahre hinein die Schleusenstadt angelaufen haben. Dazu gehört die Landis Lane, die 1951 als erster Tanker Öl am Kanal entladen hat, damals noch über eine Löschbrücke. Der Ölhafen entstand erst 1959. Später löschten noch größere Tanker ihre Ladung im 1967 vom Land gebauten Elbehafen.

Ein Prachtstück der Schau im Heimatmuseum ist die Esso Hamburg, ein Tankermodell im Maßstab 1:100, das vom Internationalen Maritimen Museum Hamburg entliehen wurde. Dazu kommen weitere Objekte und vor allem auch viele Informationen über die Bedeutung des Erdöls in der Region um Brunsbüttel.

Geplant sind zudem einige Aktionen. So wird Autor Joachim W. Pein am 8. Juli um 19 Uhr in der Buchhandlung Schopf über die größten Tankschiffe der Welt sprechen. Am 26. August, 19 Uhr, wird Dr. Martin Salesch im Heimatmuseum über Geschichte und Bedeutung der Ölförderung referieren. Und es soll eine Exkursion zum Tanklager der Total stattfinden.

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