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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 21:52 Uhr

Docke: Spatenstich mit Minister

vom

Areal am Außenhafen wird zum Freizeitpark ausgebaut/ Andreas Breitner lobt Glückstadt als "Perle in Schleswig-Holstein"

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Glückstadt | In der vergangenen Woche war der Innenminister zweimal zum Essen in Glückstadt. "Matjes" hat Andreas Breitner in Restaurants am Markt gegessen. Gestern gab es wieder Matjes für den Kieler Politiker. Doch vorher musste er arbeiten. Mit dem Spaten schippte er Sand von einem Haufen auf den nächsten. Es war der symbolische Spatenstich für den Ausbau der Docke am Außenhafen. Das 1,6 Millionen Euro teure Projekt "Freizeitpark" wird mit Städtebaufördermitteln bezuschusst. Das Land zahlt rund 600 000 Euro. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume stellt rund 287 000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds zur Verfügung.

Zahlreiche Vertreter aus der Politik und von Behörden waren auf das drei Hektar große Areal "Docke" gekommen, um diesem historischen Akt beizuwohnen. "Ein optimaler Arbeitsbeginn", sagte der Minister angesichts der warmen Temperaturen. Es war sein erster Termin nach seinem Urlaub. "Hier wird ein Stück Stadtgeschichte geschrieben." Denn die Docke war einst der Kriegshafen dänischer Könige.

Seit 1971 sei das Land finanziell beteiligt an der Sanierung Glückstadts als Gesamtdenkmal. Über 44 Millionen Euro sind in die Stadt geflossen. Und so bekannte Breitner: "Es ist eine Aufwertung des Stadtdenkmals, das hervorragende Potenziale hat." Der Minister schwärmte von der Elbestadt: "Wie schön Sie es hier haben, kann ich Ihnen als Außenstehender sagen." Glückstadt sei eine "Perle in Schleswig-Holstein, die ordentlich herausgeputzt" sei. Er freue sich, dass die Stadt ihr reiches historisches Erbe" bewahre.

Auf der Docke wird jetzt ein Freizeitpark, der so genannte Themenpark "Fisch" entstehen - in Anlehnung an Glückstadt als ehemaliger Heimathafen einer Wal- und Heringsfangflotte. Das Gelände solle künftig für Konzerte und andere Veranstaltungen sowie für Fischmärkte und Jahrmärkte genutzt werden. Außerdem entstehen ein Skaterparcours, ein Naturlehrpfad und ein Spielplatz.

Bürgervorsteher Paul Roloff erinnerte an frühere Zeiten, als Stadtgründer König ChristianIV. die Docke als Kriegshafen 1620 kurz nach der Stadtgründung baute. In Folge wurde die Docke noch im 17. und 18. Jahrhundert genutzt. 1814 bis 1816 wurde der Hafen dann wegen der zu hoher Verschlickung verfüllt. Von 1920 bis 1994 war die Holzhandlung Gehlsen auf dem Gelände ansässig "und erlebte zwei schwere Sturmfluten". Danach sei das Areal 25 Jahre eine Industriebrache gewesen. Das Gelände war über viele Jahrzehnte im Besitz des Landes. Gehlsen hatte ein Erbbaurecht, das 1994 an die Stadt überging. "2011 wurde uns das Gelände dann vom Land geschenkt", erklärte Roloff.

Im Anschluss an den "Spatenstich" waren die Gäste eingeladen, sich vor der Gaststätte "De Molenkieker" auf dem Gelände mit Matjeshäppchen und Getränken zu verköstigen. Es war auch die Gelegenheit, dass sich die vielen Vertreter der Behörden, Firmen und aus der Politik austauschen konnten.

Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch: "Die Stadt hatte selten so ein komplexes Vorhaben mit so vielen Beteiligten."

Was einige Gäste beeindruckte, waren die Graffitis, die auf den Fluttoren entstehen. Die Chefin dieses Projektes, Stephanie Ebel, war ebenfalls vor Ort. Die 34-Jährige arbeitet im Auftrag der Big Städtebau, die das Projekt mitfinanziert. Die Künstler Stefan Sczostak (26), Friedemann Jax (35) und Markus Kannengießer (32) hatten in der Nacht vorher bis kurz nach 1 Uhr gearbeitet, damit die Gäste fast vollendete Kunst sehen konnten.

Sie sind alle an dem Vorhaben "Freizeitpark" auf der Docke beteiligt: Die Stadt Glückstadt als Bauherr, das Innenministerium als Geldgeber, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche (LLUR) als zuständige Behörde, ebenso das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark ebenfalls als zuständige Behörde, weiterhin die BIG-STÄDTEBAU GmbH, Regionalbüro Kiel, Kreis Steinburg, Gosch-Schreyer-Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Atelier für Holzgestaltung, Stephanie Ebel - Firma Weckerwerk (Gestaltung Fluttor), Studio b8, Stadtwerke Glückstadt, azv Südholstein und Stadtentwässerung Glückstadt, Firma Slomka & Harder, Firma Hachmann, AktivRegion Steinburg als Geldgeber; RegionNord Büro für Regionalentwicklung, Maritime Landschaft Unterelbe e.V, Glückstadt Destination Management GmbH (Touristenbüro) sowie der Arbeitskreis Fischerei.

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