Resolution : Dithmarscher wollen kein Fracking

Bis nach Friedrichskoog reicht das Erkundungsfeld Ostrohe (blau eingerahmt).
Bis nach Friedrichskoog reicht das Erkundungsfeld Ostrohe (blau eingerahmt).

Einstimmig spricht sich der Agrar- und Umweltausschuss im Heider Kreishaus für eine Resolution gegen das umstrittene Fracking aus.

Avatar_shz von
18. März 2014, 05:00 Uhr

Fracking wollen die Dithmarscher nicht haben. Die Mitglieder des Agrar- und Umweltausschusses des Kreises verabschiedeten einstimmig eine Resolution, um dem Land damit ihre Meinung noch mal ganz klar zu verdeutlichen. Die endgültige Entscheidung trifft zwar der Kreistag. Ein Zweifel an der Unterstützung besteht aber nicht.

Das stark kritisierte Verfahren zur Förderung von Öl oder Gas ist als Umweltverschmutzer gebrandmarkt. Vor allem Bilder von verseuchten Landschaften aus den USA, wo Fracking zum Alltag gehört, führten in Deutschland zur Abschreckung. Dennoch: Einige Unternehmen strecken bereits ihre Fühler aus und haben eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen beantragt – auch in Dithmarschen. Das kanadische Unternehmen PRD Energy GmbH will in den kommenden fünf Jahren große Teile des Kreisgebietes erkunden. Das Problem: Das geplante Aufsuchungsgebiet Ostrohe überdeckt alle drei Wasserschutzgebiete in Dithmarschen (Süderholm, Linden, Odderade) mit großen Flächenanteilen.

Bohrungen wird es vorerst zwar nicht geben. Dafür ist eine Betriebserlaubnis notwendig. Zuerst steht das Sammeln von Daten auf dem Programm, die darüber Aufschluss geben sollen, ob eine Förderung wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch wenn Fracking nach Aussage von PRD keine Priorität hat, sind die Kommunalpolitiker in Alarmbereitschaft. Der Einsatz der Fracking-Technologie wird vor dem Hintergrund einer fehlenden wissenschaftlich fundierten Bestätigung der Unbedenklichkeit komplett abgelehnt. Die Entscheidung über den Einsatz treffen allerdings nicht die Dithmarscher. Die wird auf Bundesebene getroffen. Fracking wird nach Bergbaurecht geregelt, und damit wird sogar dem Land die Macht der Entscheidung aus den Händen genommen. Der Kreis fordert in der Resolution jedoch, dass das Land sich über eine Bundesratsinitiative für ein gesetzliches Verbot des Einsatzes der Fracking-Technologie einsetzt.

>Der Kreistag befasst sich mit der Resolution Donnerstag, 27. März, 17 Uhr, im Kreishaus.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen