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CDU-Kreisparteitag : Dithmarscher CDU-Urgestein sagt „Tschüss“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stehende Ovationen zum Abschied : Timm Hollmann trat nach 20 Jahren nicht wieder als Kreisvorsitzender der CDU in Dithmarschen an. Sein Nachfolger ist Volker Nielsen.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 08:02 Uhr

Dreimal erhoben sich die rund 150 Christdemokraten in der Meldorfer Erheiterung von ihren Plätzen. Dreimal dankten die Dithmarscher CDU-Mitglieder am Donnerstagabend mit stehenden Ovationen den ganz Großen in ihren Reihen.

Der Parteitag hatte gerade begonnen. Kreisvorsitzender Timm Hollmann war noch bei seiner Begrüßung, als plötzlich getuschelt wurde. Die Köpfe drehten sich zum Eingang. Die ersten klatschten. Immer mehr stimmten ein, bis sich wenig später jeder von seinem Platz erhoben hatte. Ein sichtlich gerührter Peter Harry Carstensen stand in der Tür, lächelte, forderte zum Hinsetzen auf – und genoss den tosenden Applaus.

Kurz darauf folgte ein Rückblick auf das Wirken von Karsten Peters. Zahlreiche Fotos hatte Bernd Steincke zusammengetragen und mit Musik untermalt, um die Stationen des langjährigen Kreispräsidenten zu dokumentieren. Wieder gab es stehend Applaus.

Kurz darauf standen die Christdemokraten erneut. Timm Hollmann, 20 Jahre lang Vorsitzender der Dithmarscher CDU, hatte sich mit herzlichen Worten verabschiedet. „Das wird die unpolitischte Rede, die ich je gehalten habe“, hatte der Büsumer zuvor angekündigt. Und es stimmte. Wenige Politikrückblenden, keine Seitenhiebe auf die politischen Gegner. Stattdessen verteilte der 59-Jährige Lob und Dank an langjährige Weggefährten und Parteikollegen, die inzwischen zu Freunden geworden waren. Stolz sei er darauf, dass die Dithmarscher CDU bei allen Wahlen stets landesweit das beste Ergebnis eingefahren habe. Selbstkritisch gab Hollmann zu, dass er beim Mitgliederzuwachs mit heute 1250 weit entfernt von der angepeilten Zahl von 2000 geblieben sei. Als eine der größten Leistungen bezeichnete der scheidende Kreischef den erfolgreichen Kampf gegen die geplante große Kreisreform über Parteigrenzen hinweg. „Und Peter Harry hat sich getraut, zu uns in den Kreistag zu kommen, vor dem die Dithmarscher mit Mistgabeln standen. Das war Zivilcourage“, verneigte sich Hollmann vor Carstensen.

Dieser gab das Lob an seinen Parteifreund zurück und sagte: „Ich habe großen Respekt vor dir und allen anderen, die in den Kommunen und im Land an der Basis die Politik machen. Ihr müsst täglich vor Ort die Politik vertreten“, so der Ministerpräsident a.D. Direkt an Timm Hollmann gerichtet sagte Peter Harry Carstensen: „Ich danke dir für die Hilfe, die Unterstützung und die Freundschaft, die in der Politik nicht selbstverständlich ist.“

Dem Kreispräsidenten Hans-Harald Böttger fiel die Aufgabe zu, einen neuen Kreispräsidenten vorzuschlagen. „Er war mein Nachfolger als Vorsitzender der Kreistagsfraktion, jetzt schlage ich ihn auch als Kreisvorsitzenden vor: Volker Nielsen.“ Ohne Gegenkandidat wurde der 49-jähriger Bürgermeister von St. Michaelisdonn mit 134 von 140 abgegebenen Stimmen gewählt. Und nahm auch gleich seine erste Amtshandlung vor. Nielsen schlug Timm Hollmann als Ehrenvorsitzenden vor, die Wahl erfolgte einstimmig.

>Der CDU-Vorstand: Kreisvorsitzender ist Volker Nielsen, seine Stellvertreter sind Dr. Marten Waller (Meldorf, 126 von 140 abgegebenen Stimmen), Jan Rogalle und Marc Trester (beide Heide, beide 123 Stimmen) und Branka Trube (Bunsoh, 113). Schatzmeister bleibt Hans-Peter Borchard (Hemmingstedt). Beisitzer sind künftig: Peter Hollmann (Brunsbüttel), Hans-Walter Schoof (Eddelak), Jens Rave (Friedrichskoog), Martina Koch (Heide), Marion Paulsen (Meldorf), Heidemarie Frenkler (St. Michaelisdonn), Sabine Mohr (Gudendorf), Holger Jürgens (St. Michaelisdonn), Gabriele Landberg (Büsum), Thorsten Pfahler (Brunsbüttel) und Christian Poltrock (Süderhastedt).

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