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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 00:01 Uhr

Widerstand : Dithmarschen gegen Fracking

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schon 40 Gemeinden in Dithmarschen haben sich gegen umweltbelastende Ölsuche – das so genannte Fracking – formiert. Jetzt sollen sich die Bundestagsabgeordnete positionieren.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 11:54 Uhr

Der Gedanke, dass in Dithmarschen das umstrittene Fracking-Verfahren eingesetzt wird, liegt den Kommunalpolitikern schwer im Magen. Unterstützung beim Kampf gegen die umweltbelastende Ölsuche erhalten sie aus Bad Segeberg. Bürgermeister Dieter Schönfeld will Nägel mit Köpfen machen und schreckt dabei auch vor juristischen Schritten nicht zurück. Obwohl er weiß, dass diese vermutlich wenig Aussicht auf Erfolg haben. „Wenn wir etwas erreichen wollen, dann dürfen wir nicht mit Samthandschuhen vorgehen – auch wenn wir verlieren“, machte Schönfeld im Agrar- und Umweltausschuss des Kreises Dithmarschen deutlich.

An die Westküste ist der Sozialdemokrat zu einem Gedankenaustausch gekommen, um Verbündete gegen Fracking zu finden. Bei den Ausschussmitgliedern stieß er auf offene Ohren. Nach Aussage von Michael Potthast (UWD) aus Albersdorf haben sich bereits 40 Gemeinden im Kreis gegen Fracking formiert. In Bad Segeberg ist ebenfalls wie in Dithmarschen der kanadischen Firma PRD Energy GmbH eine „Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen“ erteilt worden. Dass das Unternehmen damit plant, früher oder später Öl zu fördern, ist allen Beteiligten bewusst. Auch wenn längst noch nicht geklärt ist, ob Fracking überhaupt angewendet wird, wurden an der Ostküste mehrere Gutachten durchgeführt. Alle mit unterschiedlicher Aussage. Bis er nicht zweifelsfrei von der Ungefährlichkeit überzeugt wird, ist Schönfeld gegen das Förderverfahren. Er befürchtet einen Imageschaden für die Gesundheits- und Tourismusregion. Und dass das Wohlbefinden der Menschen darunter leidet. Juristisch dagegen vorzugehen, sei zwar ein hohes Risiko. Aber: „Damit machen wir deutlich, dass wir Fracking nicht wollen“, so der ambitionierte Bürgermeister.

Bevor es Klagen gegen den Bund hagelt, sollen in Segeberg Arbeitsgemeinschaften gegründet werden, die sich mit Fracking detailliert auseinander setzen.

Und daran möchte sich Ausschussvorsitzender Wilhelm Malerius (SPD) auf jeden Fall beteiligen. Vorher will er jedoch den Bundestagsabgeordneten auf den Zahn fühlen – zur nächsten Ausschusssitzung Donnerstag, 30. Oktober, ab 15.30 Uhr sind sie eingeladen, um sich zum Fracking positionieren.

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