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Dithmarscher Kohltage : Dithmarschen erwartet ein gutes Kohl-Jahr

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Blumenkohl-Curry-Cremesuppe, Kohlcordonbleu, Lachs-Wirsing-Lasagne – Dithmarschen feiert sein Lieblingsgemüse in ausgefeilten Kohlkreationen.

Neuenkirchen-Tiebensee | Bei herrlichem Spätsommerwetter hat Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag in Neuenkirchen-Tiebensee die 28. Dithmarscher Kohltage eröffnet. Mit dem traditionellen Kohlanschnitt gab er den Startschuss für das sechstägige Spektakel. Dithmarschen ist Europas größtes geschlossenes Kohlanbaugebiet. Jährlich werden hier etwa 80 Millionen Kohlköpfe geerntet.

Dithmarscher Kohlköpfe seien jedoch nicht mehr ein profanes Gemüse, sondern eine europaweit anerkannte Marke, sagte Habeck: „Mit der Verleihung des EU-Herkunftsschutzes dieses Jahr würdigt die EU nicht nur die regionale Spezialität selbst, sondern auch die lange Tradition des Kohlanabaus“, bekräftigte der Minister.

Die Wiege des Dithmarscher Kohlanbaus stand vor 125 Jahren in Wesselburen. Dort begann der Gärtner Eduard Lass im Jahr 1889 mit Anbau und Vermarktung von „Industriekohl“ für Salatfabriken. Im vergangenen Jahr ernteten Schleswig-Holsteins 327 Kohlbauern nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums rund 190.000 Tonnen Weißkohl- davon 183.000 Tonnen im Kreis Dithmarschen. Bei Rotkohl waren es 21.092 Tonnen. Mit dem Volksfest würdigt „Deutschlands Kohlkammer“ die Bedeutung des Gemüseanbaus für die Region. Nach Angaben der Organisatoren locken die „Dithmarscher Kohltage“ jedes Jahr mehr als 300.000 Gäste an Schleswig-Holsteins Westküste.

2014 wird nach einem warmem Frühjahr, ausreichend Regen und danach viel Sonne ein gutes Kohl-Jahr werden, prophezeite Habeck. Die Landwirte können mit einer überdurchschnittlich guten Kohlernte rechnen. Ob sich das auch im Geldbeutel auswirkt, sei unter anderem wegen der Ukraine-Krise derzeit noch nicht absehbar. Es gebe Preis-Unsicherheiten, insbesondere, da Russland einen Importstopp unter anderem für Obst und Gemüse verhängt habe, sagte Habeck. Mit der Einlagerung der Ernte ließe sich aber möglicherweise Zeit gewinnen, bis sich hoffentlich bessere Absatzmöglichkeiten ergäben.

Üblicherweise wird nur ein kleiner Teil des Gemüses direkt vom Feld an den Zwischenhandel und die verarbeitende Industrie geliefert. Rund 80 Prozent werden eingelagert und bis zur nächsten Ernte europaweit verkauft.

Die „Dithmarscher Kohltage“ wurden 1986 ins Leben gerufen und haben sich nach Angaben der Organisatoren mittlerweile zum größte Herbstevent an der Schleswig-Holsteinischen Westküste entwickelt. Mit Bauernmärkten und Stadtfesten, Zahlreichen Kultur-Events rund um den Kohl sowie Aktionen für Kinder und Familien werden Besucher an die Nordseeküste gelockt. Zusätzlich bieten 56 „Kohltage“-Gaststätten Spezialitäten wie Blumenkohl-Curry-Cremesuppe, Kohlcordonbleu, Lachs-Wirsing-Lasagne oder die klassische Dithmarscher Kohlroulade zum Spezialpreis an. Mit den Kohltagen lernten Gäste nicht nur regionale Spezialitäten, sondern auch Land und Leute kennen, sagte Landrat Jörn Klimant. Zum Abschluss der Kohltage wird auf Deutschlands größten unbebautem Marktplatz in Heide der 21. Motorrad-Gottesdienst gefeiert.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 14:16 Uhr

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