zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 17:18 Uhr

Politik : Diskussion über neue Sporthalle

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Ausschüsse lehnen Pläne zur Sanierung der Sporthalle des kreiseigenen Detlefsengymnasiums ab

Bekommt das Detlefsengymnasium eine neue Sporthalle? Diese Frage wurde in den zuständigen Fachausschüssen des Kreistages kontrovers diskutiert. Kreispolitiker von CDU und Piraten haben sich klar für einen Neubau ausgesprochen, während Vertreter der SPD eine Sanierung des bestehenden Gebäudes favorisieren. So oder so werden die Kosten in die Millionen gehen.

In einem Punkt besteht große Einigkeit bei allen Beteiligten: An der kreiseigenen Sporthalle des Detlefsengymnasiums besteht Handlungsbedarf. Das Gebäude aus den 70er-Jahren ist weder energetisch auf der Höhe der Zeit noch behindertengerecht. Und seit rund zehn Jahren wurden keine größeren Sanierungsarbeiten ausgeführt. Dementsprechend hat sich eine Reihe notwendigen Maßnahmen angesammelt. Unter anderem muss die Heizungsanlage erneuert werden. Diese versorgt nicht nur die Sporthalle, sondern auch das angrenzende Schulgebäude. Außerdem ist der Platz in vielen Bereichen sehr knapp. Um diese Probleme zu lösen, wurde ein Architektenbüro beauftragt eine Sanierung der Halle zu planen. Am Ende wurden mehrere Varianten vorgestellt (wir berichteten).

Die günstigste Lösung wurde in der Planung mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Zu teuer, fanden einige Kreispolitiker bei den Beratungen über die Pläne Ende vergangenen Jahres. Sie fragten, ob nicht ein Neubau die sinnvollere Lösung sei. Zumal sich ein Problem durch die Sanierung nicht lösen ließ: Die bestehende Halle ist für eine Schule mit 36 Klassen und rund 800 Schülern zu klein. Das Kreisbauamt erarbeitete daraufhin Kostenschätzungen für einen Hallenneubau. Zwei unterschiedliche Alternativen belaufen sich auf knapp 5 und 5,3 Millionen Euro – etwa das doppelte der Sanierungskosten.

Die Alternativen wurden nun in gemeinsamer Sitzung im Kreisbauausschuss und Sport-, Schul- und Kulturausschuss beraten. Denkbar knapp mit einer Stimme Mehrheit beziehungsweise einem Patt sprachen sich am Ende beide Gremien gegen eine Sanierung der bestehenden Sporthalle aus. „50 Prozent der Neubaukosten für eine Sanierung auszugeben, ist zu viel. Und ich traue den Kostenschätzungen nicht“, erklärte Dr. Heinz Seppmann (CDU). Der Erfahrung nach seien Sanierungen am Ende immer wesentlich teurer als geplant. Bei Neubauten seien die Kosten besser zu kontrollieren. „Wenn wir so viel Geld in die Hand nehmen, dann sollten wir das auch ordentlich machen. Eine Sanierung ist immer die schlechtere Lösung.“

Auch Ilona Adamski, Fraktionsvorsitzende der Piraten, stimmte dem zu. Der Neubau sei die wirtschaftlichere Variante, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. Zudem sei der Bedarf für eine größere Halle seitens der Schulleitung des Detlefsengymnasiums „überzeugend dargelegt“ worden.

Für die Sanierung sprach sich in der Sitzung unter anderem Tobias Rückerl (FDP) aus: Die Kosten für einen Neubau seien zu hoch. „Wir haben in den nächsten Jahren auch andere Baustellen. Das dürfen wir nicht vergessen.“ Auch Volker Susemihl (SPD) favorisierte die Sanierung. Die Region habe genügend große Sporthallen, stellte er fest, und die Schülerzahlen würden mittelfristig sinken. Eine Aufwertung der bestehenden Halle sei daher ausreichend. Ohne Not das Doppelte auszugeben wäre falsch. Ein Argument, das Peter Mohr (CDU) nicht überzeugte: „So kann man das nicht rechnen. Die neue, größere Halle würde für die Schule und auch den außerschulischen Sport einen großen Mehrwert bringen.“ Sie koste daher genau genommen nicht das Doppelte, weil man mehr für das Geld bekomme.

Die Kreisverwaltung hatte sich zuvor für die Sanierung ausgesprochen – auch weil eine Neubau-Lösung wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Kreisbauamtsleiterin Daniela Immich: „Die Pläne für die Sanierung sind weit fortgeschritten und wir könnten in Kürze mit der Umsetzung beginnen.“ Einen Baubeginn für einen Neubau vor 2017 halte sie dagegen für unrealistisch. Bis dahin müsste die Schule dann mit der alten Halle auskommen.

Hartmut Appel, Direktor des Gymnasiums, begrüßte die Entscheidung trotzdem. „Die bestehende Halle ist für unsere Schule nach den Richtlinien des Landes für den Sportunterricht zu klein“, so Appel. Auch in Anbetracht des Sanierungsbedarfes der alten Halle erscheine ihm daher ein Hallenneubau „angemessen“.

Die Ablehnung der Sanierung durch die Ausschüsse ist noch keine Vorentscheidung für den Neubau. Das Thema soll nun in der kommenden Sitzung des Kreistages Ende März erneut beraten werden.





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen