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Freizeit : Discoveranstaltungen: Grelles Licht gehört zum guten Ton

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Thorsten Möller (53) aus Beidenfleth ist seit neun Jahren selbstständig mit professioneller Audio-, Bild- und Tontechnik.

Discofieber, jeden Monat mit lauter Musik und buntem Licht im Colosseum in Wilster. Um das auf die Beine zu stellen und dafür zu sorgen, dass der DJ einen Ton aus seinen Turntables in die Boxen bekommt, bedarf es einiger Arbeit hinter den Kulissen. Thorsten Möller (53) aus Beidenfleth ist seit neun Jahren selbstständig mit professioneller Audio-, Bild- und Tontechnik. Er steht dann am Lichtpult und sorgt für den guten Ton und das grelle Licht. Zahlreiche berufliche Stationen haben ihn dafür mit dem nötigen Handwerkszeug ausgestattet. Sein jetziger Job – so gerne er den auch macht – kam allerdings nicht ganz freiwillig zustande, wie er schildert.

Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker war bei der Bundeswehr in den Hüttener Bergen Techniker für Radaranlagen und wurde als Soldat in Zivil in der Technikerschule in Meldorf zum Staatlich Geprüften Techniker für Industrieelektronik ausgebildet. Nach der Bundeswehrzeit hat er in Hamburg bei der Firma „Dekom“ den Verleih von Bild- und Tontechnik für Messen organisiert, war in der Präsentation und im Studiobau sowie in der professionellen Medizintechnik tätig, ist deutschlandweit herum gekommen – bis nach Hinterzarten/Baden-Württemberg, Dresden und Halle. 13 Jahre lang war er dort auch im Sendebetrieb des Fernsehens tätig. Für die Umschneidung des Filmmaterials hat er die Maschinen gewartet, aber auch Konferenzräume gebaut und diese mit Bild- und Tontechnik sowie mit Beamern ausgestattet.

Dabei hat es Thorsten Möller sogar bis zum Serviceleiter im Team geschafft. Als es der Firma dann aber schlecht ging, haben sie ihn wie alle Abteilungsleiter „frei gesetzt“. „Auf einmal steht man da und fragt sich: was nun?“, erzählt er. Beim Arbeitsamt sei ihm gesagt worden, sich selbstständig machen lohne sich nicht, wenn er nicht eine „riesige Idee“ hätte. „Die hatte ich aber: Denn ich hatte schon seit 20 Jahren nebenbei in der Beschallungstechnik für Veranstaltungen gearbeitet.“ Seine Leidenschaft hat er früh entwickelt und nie aus den Augen verloren. So betreute er beispielsweise bei den Party-Aktionen des Colo-Junior-Chefs Mario Mehrens in Discos und auf Messen die Technik mit. „Ich kannte schon viele, die mobiles Equipment zu verleihen haben.“ So lag es für ihn auf der Hand, seinen neuen Beruf zu diesem Bereich hin auszurichten. „Ich wollte etwas Eigenes machen, was ich als Hobby in die Tat umsetzen konnte und mir daraus mein eigenes Berufsfeld herstellen.“ Er hat die Veranstaltungstechnik mit der Radiotechnik verbunden. Mit seiner Werkstatt in Wilster ist er nun mit der Reparatur und Instandhaltung von Bild- und Tontechnik sowie der Betreuung von Internetzugängen tätig, Schleswig-Holteinweit.

Seit acht Jahren ist er auch im Theater Itzehoe und im Elbeforum Brunsbüttel im Einsatz. „Ich kümmere mich dort um die stationäre Tontechnik. Das ist etwas anderes als beim Zeltfest, denn im Theater ist festes Equipment, das nicht umgebaut wird“, fügt er hinzu. Bei den Discoveranstaltungen im Colosseum in Wilster oder bei den Zeltfesten am Kanal in Brunsbüttel sieht das anders aus. „Da handelt es sich um bewegliches Equipment, das angeliefert werden und installiert werden muss.“ Und er steht bei der Veranstaltung dann selber am Lichtpult – von 23 bis 5 Uhr.

Damit ist er teilweise voll ausgebucht. „Ich hatte bis vor etwa vier Jahren noch 120 Termine im Jahr“, erzählt er. Wegen der Familie macht er jetzt aber nur noch etwa 30 davon. „Das ist der Spaß an der Sache, das mache ich nebenbei mit.“ Und da er früher in der Fernsehtechnik gearbeitet hat, ist er in seinem Dorf Beidenfleth der ideale Anlaufpunkt vor allem für ältere Leute, wenn der Bildschirm kaputt ist oder die Satellitenanlage streikt.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 05:44 Uhr

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