Unternehmen : Dirk Clasen – Vom Chef zum Studium überzeugt

Fühlt sich „super wohl“ bei Steinbeis: Dirk Clasen.
1 von 2
Fühlt sich „super wohl“ bei Steinbeis: Dirk Clasen.

Glückstädter Papierhersteller: Auszubildender macht jetzt ein duales Studium.

von
20. Januar 2015, 17:30 Uhr

Dirk Clasen drückt in diesen Tagen wieder die Schulbank. Denn der 24-Jährige hat sich von Steinbeis-Personalchef Rüdiger Bruchmann überzeugen lassen zu studieren. Und Bruchmann hatte ein attraktives Angebot für Dirk Clasen: Das duale Studium. Dies beinhaltet die Arbeit bei Steinbeis und eben die Schulbank bei der Nordakademie. Sein Ziel ist es, Wirtschafts-Ingenieur zu werden.

Dirk Clasen hat bei dem Papier herstellenden Unternehmen in Glückstadt Industriekaufmann gelernt. Seine Kollegen und Vorgesetzten sind stolz auf ihn, denn er hat als Landesbester von 297 Auszubildenden bestanden. „Ein super Gefühl“, sagt er selbst.

Nach der Realschule machte Dirk Clasen in Elmshorn sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium. Nach einem Jahr Zivildienst in Dänemark begann er 2011 die Ausbildung bei Steinbeis. „Ich wollte erst lernen“, sagt der 24-Jährige. Seine Geschwister hätten dies auch so gemacht. Seine Schwester lernte Schneiderin, wurde Landesbeste und studierte dann Psychologie. Sein Bruder studierte nach der Lehre Betriebswirtschaft. „Total stolz“ sind die Eltern auf ihre Kinder: „Sie haben zu Hause eine Wand eingerichtet mit allen unseren Urkunden“, erzählt Dirk Clasen.

Der gebürtige Elmshorner findet seinen beruflichen Werdegang gut: „Mit einer Ausbildung macht man nichts verkehrt.“ Drei Wochen absolvierte er davon auf Initiative der Berufsschule ein Praktikum in Paris, drei Wochen in Südengland. Und das Angebot zum Studium hat er gerne angenommen. „Ich fühle mich hier super wohl“, sagt er zu Wahl des Unternehmens. „Die Arbeit ist so abwechslungsreich. Schon in der Ausbildung habe ich alle Abteilungen durchlaufen und erlebt, wie sich alles zum großen Ganzen zusammenfügt.“ Im Gegensatz zu anderen Firmen sei das Glückstädter Unternehmen Steinbeis so vielseitig aufgestellt: „Von der Papierverarbeitung über das alte und neue Kraftwerk bis hin zur eigenen Kläranlage.“

Hinzu komme das gute Betriebsklima. „Ich habe nette Kollegen und die Gemeinschaft der 35 Auszubildenden ist gut“, sagt er als Jugendvertreter, jetzt bereits in der zweiten Amtszeit. „Es gibt bei uns keine Trennung zwischen Auszubildenden und Studenten.“

Da sich Dirk Clasen für das Studium des Wirtschaftsingenieurs entschieden hat, muss er viel Naturwissenschaftliches lernen. Ein nicht leichtes Unterfangen, da er die Fächer auf dem Wirtschaftsgymnasium nicht belegen musste. Doch der 24-Jährige ist zuversichtlich, dass er dies mit viel Lernen nachholen kann. Zumal im Studiengang auch wirtschaftliche Kenntnisse gefordert sind. „Wirtschaftsingenieur ist eine Schlüsselfunktion“, sagt er. Breites technisches Wissen würde mit dem kaufmännischen Beruf vereint. Steinbeis sei ein hoch technisierter Betrieb, wo diese Kenntnisse bedeutend seien, um zum Beispiel Vorgänge im Einkauf bewerten zu können. Dazu gehöre auch, erklären zu können, wie das hergestellte Papier verarbeitet worden ist.

„Im Studium werde ich jetzt sehen, wo ich meinen Schwerpunkt legen werde“, sagt Dirk Clasen. Zehn Wochen studiert er am Stück, um darauf wieder für eine Periode im Unternehmen zu arbeiten. Dass er geblieben ist, freut auch Personal-Chef Bruchmann. „Wir sind stolz darauf, wenn junge Leute so motiviert studieren.“ Er halte die Verbindung des Unternehmens zur Nordakademie „als für uns sehr wichtig. So gewinnen wir qualifizierte Studenten.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen