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Klinikum Itzehoe : "Dinosaurier der Chirurgie" tritt ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach 32 Jahren am Klinikum Itzehoe geht Dr. Helmut Wolgast in Rente.

Itzehoe | Länger als er war am Klinikum Itzehoe noch nie ein Oberarzt im Dienst: Seit 1983 ist Dr. Helmut Wolgast in der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie im Einsatz, jetzt geht er in den Ruhestand.

Hinter dem „Dinosaurier der Chirurgie“, wie er sich selbst bezeichnet, liegen rund 9000 Arbeitstage, 3000 Bereitschafts- und 1200 Wochenenddienste. Er hat unter fünf Chefärzten gearbeitet und war im Jahr 2008 selbst Kommissarischer Chefarzt. Während seiner Dienstzeit hat er an rund 30 000 Operationen mitgewirkt und dabei auch ein Stück Medizingeschichte hautnah begleitet. Die Fortschritte in der Diagnostik – etwa durch Computer- und Kernspin-Tomographie sowie Video-Endoskopie – waren ebenso beachtlich wie in der chirurgischen Technik.

So wurden etwa moderne Klammernaht-Geräte eingeführt und es entstand die laparoskopische Chirurgie, bei der mit Hilfe eines optischen Instrumentes Eingriffe innerhalb der Brust- und Bauchhöhle vorgenommen werden. Wolgast hat 1990 die erste laparoskopische Gallen-OP am Klinikum Itzehoe und in ganz Schleswig-Holstein durchgeführt.

Der Leitende Oberarzt war außerdem am Aufbau der externen Qualitätssicherung in Schleswig-Holstein beteiligt und entwickelte das landesweit erste EDV-gestützte Dokumentationssystem mit. „Darüber habe ich viele Vorträge in ganz Deutschland gehalten“, erzählt er. Stünde er noch einmal am Anfang seiner beruflichen Laufbahn, würde der Mediziner den gleichen Weg wählen: „Immer wieder Chirurgie.“ Das Unmittelbare mache sie aus. „Es gibt einen unmittelbaren Erfolg – oder manchmal auch Misserfolg“, sagt er. Der direkte Kontakt zu den Patienten sei wichtig und schön.

Im Klinikum Itzehoe hat sich der Oberarzt immer wohlgefühlt. „Die Chefs, die ich hatte, haben uns immer die Möglichkeit und Freiheit gegeben, uns weiterzuentwickeln, neue Techniken einzuführen, Fortschritte durchzusetzen und auf dem neuesten Stand zu bleiben“, betont er. Das spiegele sich auch in den Zertifikaten, die die Klinik erhalten hat, etwa als Darmzentrum und Kompetenzzentrum für laparoskopische Chirurgie.

„Herr Wolgast war ein sehr wichtiger Mitarbeiter mit einem großen Operationsspektrum“, lobt Prof. Dr. Michael Neipp, seit 2009 Chefarzt der Chirurgischen Klinik. „Er wird uns fehlen.“ Doch die Klinik sei „in der glücklichen Situation, dass wir in den eigenen Reihen hochmotivierte und versierte Mitarbeiter haben“. So wird Dr. Nadja Beuge als Leitende Oberärztin Wolgasts Nachfolge antreten. „Frau Beuge hat ihre chirurgische Weiterbildung am Klinikum Itzehoe absolviert und schon zahlreiche neue Operationsverfahren am Standort etabliert“, erklärt Neipp.

Helmut Wolgast fällt der Abschied nach 32 Jahren nicht leicht. „Aber es gibt ein Leben nach der Chirurgie“, sagt er. Langweilig dürfte es nicht werden: Seine drei Enkelkinder werden den Itzehoer auf Trab halten, außerdem stehen Törns mit dem Boot sowie sportliche Aktivitäten auf dem Programm.

 

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