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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 22:52 Uhr

Digitalfunk: Warten hat ein Ende

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die ersten Geräte werden ab September ausgeliefert / Steinburg und Dithmarschen erhalten ein Jahr lang 310 Stück pro Monat

von
erstellt am 24.Aug.2015 | 10:54 Uhr

Sie sind abhörsicherer, es gibt kein Rauschen mehr, die Kommunikation untereinander ist besser – der Digitalfunk hält bei den Rettungskräften Einzug. Endlich. Fast 15 Jahre wurde darüber landesweit diskutiert, gestritten und gefeilscht. Ab September sollen jetzt die Geräte ausgeliefert werden. Zu den ersten Kreisen, die mit der modernen Technik beliefert werden, gehört Steinburg. Zusammen mit Dithmarschen erhält der Kreis ein Jahr lang monatlich 310 Digitalfunkgeräte. Neben den Feuerwehren bekommen auch die Katastrophenschutzeinheiten und der Rettungsdienst die Sprechgeräte. 1310 Stück nimmt der Kreis Steinburg ab, 1682 gehen nach Dithmarschen.

„Wir wollten zu den ersten Kreisen gehören, in denen Digitalfunk eingeführt wird“, sagt Dieter Pape, Leiter beim zuständigen Steinburger Ordnungsamt. Aufgrund der Örtlichkeiten, unter anderem bei der Deichverteidigung, sei die Erreichbarkeit mit den bisherigen analogen Geräten nicht immer gegeben gewesen, begründet Pape diesen Schritt.

Erste Überlegungen zum Digitalfunk habe es bereits im Jahr 2000 gegeben, 2006 sollte die Auslieferung erfolgen. Doch dann habe es immer weitere Verzögerungen gegeben, zum Schluss noch einmal die Anfechtung eines Anbieters nach einer erfolgten Ausschreibung, so der Ordnungsamtsleiter. Mittlerweile seien fast alle Vorarbeiten beendet – sowohl beim Land, dass eine Sammelausschreibung vorgenommen hat, auch als beim Kreis. Steinburg arbeitet dabei wieder eng mit dem Kreis Dithmarschen zusammen, der die Federführung übernommen und die Aufgabe auf seinen Feuerwehrverband übertragen hat. Dieser hat in St. Michaelisdonn sowie in der Steinburger Feuerwehrzentrale Breitenburg-Nordoe jeweils eine so genannte Digitalfunk-Servicestelle eingerichtet, über die Auslieferung, Nachbestellung, Updates und Wartung laufen. Zwei Mitarbeiter wurden dafür eingestellt, in den ersten sechs Monaten hilft ein dritter aus.

Nachdem die Katastrophenschutzeinheiten mit den neuen Geräten versorgt wurden, sind die einzelnen Feuerwehren an der Reihe. „Hier werden wir ämterweise verteilen“, sagt Pape. Ausgangspunkt ist ein so genannter Migrationsplan, der in Abstimmung mit den Kreisfeuerwehrverbänden erstellt wurde. Genaue Auslieferungszeiten könnten jedoch noch nicht bekanntgegeben werden. Obwohl der neue Digitalfunk noch nicht läuft, spüren die Feuerwehren bereits erste Auswirkungen. Vor zehn Tagen sind bereits die neuen, landesweit einheitlichen Funkrufnamen vergeben worden, die ab sofort – auch analog – genutzt werden müssen.

Während die Kosten für den Betrieb des Funknetzes die Kreise tragen, müssen die Gemeinden als Träger der Feuerwehren für die Sprechgeräte zahlen. „Durch die Sammelbestellung konnten jedoch Kosten eingespart werden“, sagt Pape. Während für Standard-Handsprechgeräte zuvor 550 Euro veranschlagt waren, sind diese jetzt für unter 400 Euro zu haben. Einbaugeräte für Fahrzeuge schlagen statt mit 1400 bis 1500 Euro mit unter 1000 Euro zu Buche. Genaue Zahlen gibt es allerdings noch nicht. Gefördert wird die Anschaffung aus der Feuerschutzsteuer, daraus gibt es 30 Prozent Zuschuss.

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