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Industriegespräch : „Dieser Region gehört die Zukunft“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ministerpräsident Torsten Albig sagt Brunsbüttel Unterstützung im wirtschaftlichen Ausbau zu.

Ein Kohlekraftwerk kommt nicht, dass Kernkraftwerk ist ein Auslaufmodell und Teile der chemischen Industrie im Brunsbütteler CehmCoastPark schwächeln. Der zurzeit einzige Silberstreif am Horizont könnte die geplante Vielzweckpier sein, für die sich die Schleusenstadt und die beiden Kreise Steinburg und Dithmarschen finanziell mächtig ins Zeug legen Wohin steuert Schleswig-Holsteins größtes zusammenhängendes Industriegebiet? Dieser Frage ging gestern beim traditionellen Industriegespräch Ministerpräsident Torsten Albig nach. Er bezeichnete den Produktionsstandort als Alleinstellungsmerkmal im Land. Zugleich versprach er, dass die Landesregierung die Region auch in Zukunft unterstützen werde.

„Hier wird die Antwort gegeben, wie wir uns das industrielle Schleswig-Holstein vorstellen“, erklärte Albig vor rund 100 Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Das Industrierevier Brunsbüttel sei eine Region, die Stärken, aber auch Schwächen habe. Letztere gelte es abzuarbeiten. Denn der ChemCoastPark generiere Wachstum für das nördlichste Bundesland. Hier sieht Albig die Metropolregion am Zug, es könne keine eigenen Wege Schleswig-Holsteins geben, um Probleme zu lösen. Hamburg müsse sinnvollerweise mit im Boot sein.

Das Dauerthema Nord-Ostsee-Kanal und seine marode Substanz riss Albig nur am Rande an, betonte aber, dass die Situation der Wasserstraße Zeichen einer sträflichen Vernachlässigung sei. Ein Rückgang der Frachtrate um mehr als 15 Prozent sei alarmierend. Er richtete sein Augenmerk in Sachen Infrastruktur gestern auf den Ausbau der B5. Die Planfeststellung von Heiligenstedten bis Wilster West sei angeschoben, die Realisierung des dreistreifigen Ausbaus werde mit 16 Millionen kalkuliert. An der Notwendigkeit der Weiterführung der Trasse bis Brunsbüttel gebe es keinen Zweifel. Dringend ausgebaut werden müsse auch die Bahnverbindung – und die A 20 sowieso.

2000 Hektar ist das Industriegebiet groß, 4500 direkte und 12 500 indirekte Arbeitsplätze hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Deshalb betonte Albig: „Hier sind Unternehmen willkommen.“ Denen müsse neben funktionierender Infrastruktur auch eine Energieversorgung zu günstigen Konditionen geboten werden. Ein Bereich, in dem es noch einiges zu tun gebe. Hier schlug Albig den Bogen zur Energiewende. Wind- und Solarstrom mit Hilfe von Wasserstoff speichern und bei Bedarf abzurufen, das sei das Zukunftsmodell und mache unabhängiger vom Erdgas. „Wenn es in Deutschland Sinn macht, das zu testen, dann hier“, stellte Albig fest. So könne Brunsbüttel zur Energiedrehscheibe des Nordens werden. „Das ist eine spannende Perspektive.“

Wie sich Kräfte für ein gemeinsames Projekt bündeln lassen, mache derzeit die Vielzweckpier beispielhaft deutlich. Neben Brunsbüttel sind auch die beiden Kreise Steinburg und Dithmarschen finanziell beteiligt. Und das Land trägt mit 90 Prozent den Löwenanteil der Kosten. Das zeigt für Albig: „Wir setzen auf Brunsbüttel“. Denn: „Dieser Region gehört die Zukunft“, verkündete der Ministerpräsident.

„Das zu hören ist sehr wohltuend“, sagte Frank Schnabel. Der Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports trat gestern die Nachfolge von Morten Holpert an, der sechs Jahre lang Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoastParks war. Er ist nun Schnabels Stellvertreter.

Holpert bescheinigte dem Industriegebiet allen Schwierigkeiten zum Trotz gute Perspektiven. Im Zusammenhang mit der Vielzweckpier gebe es bereits Anfragen von Investoren. Ein gutes Zeichen: „Das zeigt, dass Bewegung in den ChemCoastPark kommt.“

Zuvor hatte Bürgermeister Stefan Mohrdieck bereits Mitwirkung der Landesregierung eingefordert. Es gelte Probleme zu lösen in einem Umfang, den Brunsbüttel nicht alleine stemmen könne. „Wir haben Ihre Unterstützung auch in Zukunft nötig!“, betonte er. Es müsse zu denken geben, so Mordieck, dass ein Industriestandort trotz eigener Sparbemühungen auf Fehlbedarfszuweisungen angewiesen sei.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 11:45 Uhr

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