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„Diese Straße überlebt keine zwei Jahre“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbütteler Unternehmer und Landtagsabgeordneter Jens-Christian Magnussen fordert Mittel vom Land für schnellstmögliche Sanierung

von
erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Von den insgesamt 924 Kilometern Landesstraßen im Zuständigkeitsbereich der Itzehoer Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau entfällt ein drei Kilometer langer Abschnitt auf die L138 zwischen Brunsbüttel und Eddelak. Aber diese kurze Strecke hat es in sich: Sie ist akut sanierungsbedürftig. Der Brunsbütteler Unternehmer und CDU-Landtagsabgeordnete Jens-Christian Magnussen fordert vom Land die zügige Mittelfreigabe, um die Straße zumindest vorübergehend zu sanieren.

„Auf dem Papier kündigt man wie so oft Entwicklungspotenziale für den Industriestandort Brunsbüttel an – Handeln ist aber nicht“, zürnt Magnussen. Und weiter: „Nicht zum ersten Mal reagiert die Region mit Unverständnis auf den Zustand der Landesstraße L138.“

Auf die miserable Situation hatten Magnussen und der Vorsitzende des Dithmarscher Hauptausschusses, Volker Nielsen (CDU), bereits im vergangenen Jahr hingewiesen. Eine Absenkung in der Fahrbahn erreichte damals schon die Tiefe von 15 Zentimetern. Die Straßenbaubehörde hatte bereits zuvor reagiert und ein Tempolimit, stellenweise nur noch bis 30 Kilometer pro Stunde, verhängt. Inzwischen hat sich der Zustand der L138 verschlechtert, jetzt sind Bereiche mit abgesenkter Fahrbahn abgesperrt, eine Ampel regelt den Verkehr.

Für Magnussen ist das keine akzeptable Lösung. Er erinnert daran, dass die Landesstraße ein wichtiger Zubringer ins Brunsbütteler Industriegebiet sei. „Alle reden von der B5“, sagt der Brunsbütteler, „aber die L 138 darf nicht vernachlässigt werden.“ Er habe sich bereits beim Landesbetrieb erkundigt, ob zumindest eine Reparatur möglich sei. Das, so Magnussen, sei mit Verweis auf nicht bereit stehende Gelder verneint worden.

Gar nicht nachvollziehbar ist für ihn die geringe Priorität, die diese Straße beim Land genießt. Vor 2017 werde sich nichts tun, hatte der Wirtschaftsminister beim Brunsbütteler Industriegespräch im vorigen Jahr erklärt. Daran werde sich nichts ändern, sagte Ministeriumssprecher Harald Haase gestern auf Anfrage. Zwar stehe auf der Internetseite des Landesbetriebs in Itzehoe bereits der Hinweis auf eine Bauvorbereitung für diesen Streckenabschnitt. Aber, so Haase: „Der Untergrund dort ist problematisch. Deshalb dauert die Vorbereitung tatsächlich so lange.“ Geplant ist eine Grundsanierung der Fahrbahn. Flicken reicht längst nicht mehr.

Pendler, aber auch Speditionen nutzen die Landesstraße. Und gerade die Lastwagen sind auf dem maroden Teilstück das Problem, das zur stetigen Verschlechterung des Zustands beiträgt. Genutzt wird diese Route aus Richtung Heide anstelle der B5, weil sie kürzer ist. Schon länger haben Lkw-Lenker eine Alternative zur L138 gefunden: Sie fahren über Averlak. Dort, davon ist nicht nur Magnussen überzeugt, wird die Hauptstraße kaputt gefahren.

„Eigentlich kann man froh sein, dass der Schleusenneubau noch gar nicht richtig begonnen hat“, sagt der Brunsbütteler und verweist auf die zu erwartenden Kiestransporte aus Kuden Richtung Brunsbüttel. Doch auch ohne diese ist er überzeugt: „Diese Straße überlebt keine zwei Jahre mehr.“ Ein bisschen komme er sich vor wie der einsame Rufer in der Wüste, gibt er zu. „Aber es geht um die Sache. Da erwarte ich von der Landespolitik, dass etwas geschieht.“


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