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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 13:06 Uhr

Reitsport : Die Westernreiterin aus Winseldorf

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Schülerin aus Itzehoe will den Reitsport aus Amerika in Norddeutschland bekannter machen

Roll-Backs, Spins, dazwischen einen Sliding Stop, fliegende Galoppwechsel. Vom Pferd aus ein Tor öffnen, rückwärts durch eine Stangengasse reiten – Oaki hat viel gelernt in den vergangenen Jahren.

Seit 2011 gehört die Quater Horse Stute Sarah Hauschildt. Eine Western-Grundausbildung besaß das Pferd, alles Weitere erlernte es mit Sarah gemeinsam. 2012 nahmen die beiden an ihren ersten Turnieren teil, waren stets erfolgreich und setzten diesen Erfolg in den Folgejahren fort. Mittlerweile hat sich Sarah Hauschildt für Leistungsklasse 1, die höchste Klasse im Westernreiten, qualifiziert. Ihr großes Ziel ist nun die Deutsche Meisterschaft, die EWU German Open in Kreuth (Bayern) im September, dazu müssen Oaki und Sarah noch in der kommenden Woche die Landesmeisterschaften absolvieren.

Mit zwölf Jahren bekam Sarah ihr erstes eigenes Pony, nach einem Trainerwechsel besuchte sie eine Westernreitschule – dort sei sie auf den Geschmack der amerikanischen Reitweise gekommen, sagt die Winseldorferin, die in Itzehoe zur Schule geht. „Westernreiten ist losgelassener als englisches Reiten.“ Man verständige sich mit dem Pferd über Gewicht, Beinhilfen und Stimme, die starke Zügelkontrolle entfalle dadurch. Oft werde dieser Reitstil zu sehr belächelt. „Western ist viel mehr als das Klischee Wild-West-Reiten“, sagt Sarah Hauschildt, die sich wünscht, dass die Sportart gerade im Norden Deutschlands bekannter wird. Die Leute sollen verstehen: „Westernreiten ist vielseitig, das Training abwechslungsreich“, erläutert sie. Alles werde nicht so verbissen genommen, der „Draht“ zum Pferd sei besser. Trotzdem sei Western genauso ein Leistungssport, bei dem die Pferde sogar noch vielseitiger ausgebildet würden als beim klassischen, englischen Reitstil.

Western hat vier Disziplinen: Trail, Horsemanship, Showmanship und Pleasure. Dabei werden verschiedene Übungen geritten, die Pferd und Reiter gleichermaßen fordern. Einige davon wie zum Beispiel Hinterhandwendungen oder Fliegende Galoppwechsel werden beim englischen ebenso wie beim Westernreiten erlernt, allerdings geht man bei zweiterem anders an die Übungen heran.

Auch Turniere finden regelmäßig statt, hier sei die Atmosphäre rustikaler und entspannter, erzählt Sarah. Die Outfits sind bunt: Dem amerikanischen Ursprung getreu dürfen Pferd und Reiter schillern und glitzern, Showblusen oder Hosen dürfen mit Schmucksteinen bestickt sein – das Pferd könne sogar Haar-Extensions in den Schweif bekommen.

An Westernturnieren nehmen nur etwa 100 bis 150 Reiter teil, dadurch kenne man sich gegenseitig. Sarah Hauschildt ist 18 Jahre alt; mit fünf ritt sie zum ersten Mal. Zurzeit besucht sie die Auguste Viktoria-Schule in Itzehoe, neben dem Reitsport geht sie in ihrer Freizeit gern ins Fitnessstudio. Nächstes Jahr wird sie ihr Abitur machen. Gerne würde sie anschließend Agraringenieurwesen mit dem Schwerpunkt Pferdemanagement studieren, um ihr Hobby eines Tages zum Beruf machen zu können. Fest steht auf jeden Fall: Den Sport wird sie nach der Schule nicht aufgeben – Oaki bleibt.


>Infos über die Sportart bei Sarah Hauschildt: E-Mail: sarah.hauschildt@freenet.de oder unter www.westernreiter.com.


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