zur Navigation springen

Katastrophenschutz : Die Warn-App für das Smartphone kommt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) arbeitet an einer Applikation, die auch bei großer Nachfrage im ernstfall zuverlässig ist.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 16:30 Uhr

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Am Himmel zieht eine bedrohlich-schwarze Rauchwolke auf. Schon piept das Smartphone und liefert die passende Warnung und zusätzlich Verhaltensregeln.

Kann das funktionieren? Es kann. Doch noch ist das System nicht ausgereift: „Sowohl über die Festnetzstruktur als auch über das Mobilfunknetz und Internet kann die hohe Netzbelastung im Fall einer großflächigen Bevölkerungswarnung zu einem zeitverzögerten Versand von Warnmeldungen führen“, heißt es in einem Schreiben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Dort wird aber bereits an einer Lösung gearbeitet, die kostenlos für alle Bürger webbasiert und sowohl für iPhone und Android nutzbar, zur Verfügung gestellt werden soll. Die Einrichtung des mobilen Dienstes ist für September dieses Jahres geplant.

Mit der so genannten Bevölkerungsschutz-App werden sich dann Smartphonebesitzer auf einer Deutschlandkarte über alle Warnungen bundesweit informieren können. Die Warnungen werden auch nach Katastrophenart oder Ort beziehungsweise Postleitzahl filterbar sein, berichtet Ursula Fuchs, die für die Öffentlichkeitsarbeit im BBK zuständig ist. Über die App erhalte man auch sofort eine der Lage angemessene Verhaltensinformation.

Das sei der große Unterschied zu Angeboten wie Katwarn, einem bereits bestehenden Warnsystems über App, SMS und E-Mail des Verbands öffentlicher Versicherer und des Fraunhofer-Instituts.

An Katwarn beteiligen sich sich bislang 22 Kreise, unter anderem die Stadt Hamburg. Die Warnungen über dieses System werden über die teilnehmenden Kommunen finanziert. Für Nutzer ist die Anwendung kostenfrei. Allerdings wird von den Anbietern keine Zustellgarantie übernommen.

Bevor die BBK Warn-App an den Start gehen wird, werde deshalb an der Belastbarkeit der Server gearbeitet. „Wenn etwas passiert und Tausende gleichzeitig anfragen, darf kein Silvester-Effekt entstehen“, erklärt Ursula Fuchs unserer Zeitung.

Unklar sei noch, wie die Krisen-Informationen automatisiert auf die App übertragen werden können. Eine manuelle Einspeisung der Daten, werde parallel möglich bleiben, um Kreisen ohne Anbindung an das automatisierte Meldesystem zu ermöglichen, Katastrophen über das Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern aktiv zu melden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen