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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 13:31 Uhr

eröffnungsbilanz : Die vermögende Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verwaltung legt erste Bilanz für Itzehoe vor. Summe zum Stichtag Anfang 2010: 192 Millionen Euro.

von
erstellt am 19.Feb.2014 | 11:45 Uhr

Es war immer klar: Auch wenn die Stadt in Finanznöten ist, so ist sie doch vermögend. Jetzt gibt es dazu eine Zahl: 192 102 208,99 Euro. Das ist die Bilanzsumme zum 1. Januar 2010, mit der die Stadt rückwirkend in die doppische Haushaltsführung startet.

Bereits im Jahr 2006 hatte die Ratsversammlung die Umstellung von der preußischen Kameralistik auf die Doppik und damit die Buchführung nach kaufmännischer Art beschlossen. Diese begann im Jahr 2010, läuft aber seither ohne Zahlenbasis, so dass die Jahresabschlüsse nur vorläufige Hochrechnungen waren. Jetzt hat das Amt für Finanzen die lang erwartete Eröffnungsbilanz vorgelegt.

Das Resultat fasst Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen so zusammen: „Es geht uns finanziell nicht so schlecht.“ Bei einer Bilanzsumme von 192 Millionen Euro betrug das Eigenkapital zum Stichtag fast 97 Millionen Euro, eine Quote knapp über 50 Prozent. Das sei ein „durchaus zufrieden stellender Wert“, sagt Hauke Carstens, Leiter des Amtes für Finanzen. Das Vermögen der Stadt – allen voran Gebäude, Grundstücke, Straßen – sei zu einem sehr hohen Anteil selbst finanziert, „das ist schon mal ein sehr gutes Ergebnis“. Vergleiche mit anderen Kommunen scheut er, doch im Land starte Itzehoe auf mittlerem Niveau.

Die Kreditsumme lag Anfang 2010 bei 15 Millionen Euro. Sie hat sich erhöht, aber durch die Investitionen ist auch das Anlagevermögen gewachsen. Wie sich das auf die Finanzlage auswirkt, müssen die Abschlüsse für die Jahre 2010 bis 2013 zeigen. Sie zu erstellen, wird noch viele Monate dauern. Die Eröffnungsbilanz sei ein wichtiger Baustein, betont Carstens. „Wir schwimmen trotzdem irgendwo noch.“ Nach den Abschlüssen hofft die Stadt auf weitere Fehlbedarfszuweisungen des Landes, bisher gab es nur Abschläge. Und die geplante Reform des Finanzausgleichs ist noch nicht berücksichtigt. Sicher ist: Die Jahresabschlüsse werden ein Minus ausweisen und das Eigenkapital reduzieren. Die Stadt befindet sich ohnehin im Prozess der Haushaltskonsolidierung, aber dann werde der Innenminister noch mehr Wert darauf legen, so Carstens.

Vom Rechnungsprüfungs- sowie dem Finanzausschuss ist die Eröffnungsbilanz einstimmig zum Beschluss in die Ratsversammlung weitergereicht worden. Die historische Bedeutung unterstrich Volker Nielsen, Leiter des Rechnungsprüfungsamtes: „Erstmalig in der Geschichte der Stadt Itzehoe haben wir einen Überblick über unser Vermögen und unsere Verbindlichkeiten.“

Das war ein Berg Arbeit – es fallen Begriffe wie „Kraftakt“ und „Herkules-Aufgabe“ für den Prozess, in dem alles erfasst werden musste, oft mit Nachforschungen, die viele Jahrzehnte zurückreichten. Das alles hätten das Amt für Finanzen und die gesamte Verwaltung im Wesentlichen allein bewältigt, betont Koeppen. Dem Lob schließen sich für die Politik Finanzausschus-Vorsitzender Dr. Markus Müller (CDU) und Eva Gruitrooy (Grüne) als Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses an. Jetzt wisse man genauer, wo man stehe – und das, so Gruitrooy, „ist wichtig für die zukünftige politische Arbeit“.

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