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Norddeutsche Rundschau

24. September 2017 | 03:33 Uhr

Junge Reporter : Die Stimme der Schüler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

An drei von 15 Itzehoer Schulen erscheint regelmäßig eine Schülerzeitung – wir haben einem Reporter-Team über die Schulter geschaut.

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Freitagmittag, 13 Uhr: Die sechste Stunde ist geschafft, viele Schüler stürmen nach Hause in Richtung Wochenende. Doch in einer Ecke im Flur der Gemeinschaftsschule Am Lehmwohld ist noch was los. Einige Schüler haben sich um ein Laptop versammelt. Sie starren gebannt auf den Bildschirm, auf dem einige bunte Zeichnungen zu sehen sind. „Cooler Comic“, ruft einer. „Voll witzig“, meint ein anderer.

Jede Woche tagt hier die Redaktion des „Lehmwohld Magazins“, eine von drei Schülerzeitungen in Itzehoe. Sieben junge Reporter und Redakteure tragen die wichtigsten Themen aus dem Schulalltag zusammen und diskutieren darüber.

„Ich habe ein sehr kreatives Team“, sagt Lehrerin Irina Siewers, die die Gruppe betreut. Mindestens vier Mal im Jahr erscheint eine gedruckte Ausgabe mit vier bis sechs Seiten. Zwischendurch veröffentlichen die Redakteure regelmäßig Artikel auf der Schulhomepage. Ein Schul-Fußballturnier, ein Streitschlichter-Seminar und der Selbstversuch einer Redakteurin im Marathon-Lauf waren unter anderem Themen der letzten Ausgabe.

„Unser Highlight sind jedes Mal die Comics“, sagt Irina Siewers und deutet auf Antonia (15), die immer noch vor dem Laptop sitzt. Die Zeichnungen auf dem Bildschirm sind aus ihrer Feder. Inspiriert von Sprüchen ihrer Lehrer und Macken der Mitschüler zeichnet Antonia kleine Bildergeschichten. „Meine Figuren haben keine Namen. Bezüge zur Realität sind ganz zufällig“, sagt sie und lacht. Genau wie Antonia hat jeder der Redakteure sein Spezialgebiet: Leonie (14) schreibt über Sport, Iven (12) gibt Buchtipps und Thore (16) befasst sich am liebsten mit Technik.

„Jeder hat seine eigenen Interessen und trägt auf diese Weise zur Bereicherung unserer Schülerzeitung bei“, sagt Irina Sievers. Den Schülern eine Stimme zu geben und ihre Themen an die Öffentlichkeit zu bringen, ist laut dem Verein Jugendpresse Deutschland, der das Internet-Portal schülerzeitung.de betreibt, genau der Sinn dieses Mediums. Vor allem an weiterführenden Schulen seien Schülerzeitungen beliebt, sagt Vorstandsmitglied Sophia Hofer. „Die Schüler lernen, Dinge zu hinterfragen und zu recherchieren.“ Und weil die jungen Redakteure durch ihre Berichte den Schulalltag mitgestalten würden, sei Schülerzeitung letztlich „gelebte Demokratie“.

Hofer weiß auch um die Herausforderungen beim Erstellen von Schülerzeitungen. Ein großes Problem sei die Themenauswahl, die mehreren Altersklassen gerecht werden solle: „Der Sechstklässler soll die Zeitung genauso gerne lesen wie der Zwölftklässler.“ Und nicht zuletzt hätten viele Schülerzeitungen mit den regelmäßigen Generationswechseln an den Schulen zu kämpfen. „Oft hängt das Projekt an einer Jahrgangsstufe oder an bestimmten Schülergruppen.“ Lehrer müssten daher frühzeitig darauf achten, neue Redaktionsmitglieder anzuwerben.

Davon kann Irina Siewers von der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld ein Lied singen. Nachwuchs zu gewinnen sei nicht immer leicht. Um so zufriedener ist die Deutschlehrerin daher, dass sich erst vor Kurzem einige Sechstklässler zu ihrem Redaktionsteam gesellten. Denn schon im nächsten Jahr werden mehrere der älteren Mitglieder die Schule verlassen. Auch für Antonia steht in 2017 der Abschluss an. Aber für die Hobby-Zeichnerin steht jetzt schon fest: „Comics werde ich auch weiterhin liefern.“


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