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Die Schlacht an der Stör – Überreste heute unter der Autobahnauffahrt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 10:05 Uhr

Sein Standbild steht im Ständesaal, die Kaiser-Karl-Schule trägt seinen Namen. Itzehoe gegründet, wie lange Zeit angenommen, hat der Frankenkaiser nicht, wohl aber an der Stör ein wehrhaftes Kastell bauen lassen, 810 durch Graf Egbert, Sachse in fränkischen Diensten. Sieben Jahre später bestand die Esesfelth-Burg ihre Bewährungsprobe.

„Von des Dänenkönigs Übermut und des Frankenkaisers Burg“ war der Titel des Vortrags, mit dem Dr. Thorsten Lemm vom Archäologischen Landesmuseum Schloss Gottorf auf dem November-Abend des Heimatverbands im Prinzesshof „Einblicke in die fränkisch-dänischen Auseinandersetzungen des frühen 9. Jahrhunderts“ vermittelte. Bei starkem Besuch und moderiert von Karl-Heinz Zander stellte das Referat den „Kampf um die Burg Esesfelth“ in den Mittelpunkt.

Den Fränkischen Reichs-Annalen zufolge nimmt Egbert den Ort Esesfelth, gelegen „super ripam Sturiae fluminis“, oberhalb des Ufers der Stör also, um den 15. März („circa Idus Martias“) in Besitz, „und man fing an, ihn zu befestigen“, überliefert Chronist Einhard. Eine gewaltige Aufgabe: Das Areal der trapezförmigen Anlage ist etwa einen Hektar groß, der schützende Erdwall zehn Meter breit und über sechs Meter hoch, davor liegt ein Graben. Zur Landseite hin geben strahlenmäßig angeordnete Gräben, die den Gegner zwingen, sich aufzuteilen, zusätzliche Sicherheit. Esesfelth ist gerüstet. Der Feind kann kommen. Und er kommt. 817 greifen Dänen und Abodriten die von Franken und Sachsen verteidigte Burg an. In dem spannendsten Teil seines Vortrags schilderte Dr. Lemm den durch die späteren Ausgrabungen gut dokumentierten Verlauf der „Schlacht an der Stör“, die mit der Niederlage der Angreifer endet. Danach versinkt die Karolingerburg im Dunkel der Geschichte. Das Machtzentrum verlagert sich nach Süden, wo um 822 die Hammaburg als Keimzelle der späteren Hansestadt entsteht. Erst in jüngerer Zeit machen Archäologen sichtbar, welch große Bedeutung Esesfelth für den nordelbischen Raum gehabt hat. Lemm: „Ihre Erbauung und Verteidigung waren Ereignisse von epochaler Tragweite.“ Über ihre vergrabenen Überreste fließt heute der Verkehr der Autobahn-Anschlussstelle Itzehoe-West.

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