zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 02:43 Uhr

Itzehoe : Die Schätze des Kreismuseums

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Sie lagern an fünf geheimen Orten in der ganzen Stadt: Über 15 000 Exponate hat das Kreismuseum Prinzeßhof fein säuberlich archiviert.

Die Tür will nicht so wie sie. Anita Chmielewski muss erst dreimal schließen bevor der Eingang zu einem ihrer fünf Lager frei ist. „Wir haben insgesamt 15  531 Exponate, von denen wir nur einen Bruchteil im Museum zeigen können“, sagt die Leiterin des Kreismuseums Prinzeßhof. Und in ihrem Fundus hat die promovierte Volkskundlerin einige Schätze zu bieten. Peinlich genau verpackt und beschriftet finden sich die Ausstellungsstücke nach Themen sortiert. „Mir ist wichtig, dass wir Alltagsgegenstände ausstellen, weil man an ihnen zeigen kann, wie die Menschen in früheren Zeiten gelebt haben“, sagt Chmielewski, die dabei gegen den Lärm eines Luftentfeuchters anreden muss.

Im Regal neben ihr lagert in einem Karton ein Stahlhelm, daneben liegt ein Tschako. In einer anderen Ecke finden sich Damenhüte und -kleider, im nächsten Raum alte Gesellschaftsspiele und Spielzeug. Dort wird die Museumsleiterin demnächst häufiger sein, denn sie bereitet gerade ihre nächste Sonderausstellung vor. Titel: Konsum im Kinderzimmer. Ab Mitte Oktober wird sie im Kreismuseum zu sehen sein. Bis zu 400 Exponate braucht die Museumsleiterin dafür.

Insgesamt 63 verschiedene Ausstellungen hat Chmielewski in ihrer fast 20-jährigen Tätigkeit für das Kreismuseum konzipiert und die allermeisten davon selbst zusammengestellt. „Wir kaufen fast nichts ein“, sagt die 63-Jährige. Rund 2000 Euro hat Chmielewski im Jahr für Neuanschaffungen zur Verfügung, aber vieles bekomme sie auch von Menschen aus der Region einfach so. „Ich nenne sie meine Ausstellungs-Schutzengel.“ Das Museum gibt auch nach den Ausstellungen kaum etwas weg. „Ich würde es ungehörig finden, wenn ich Dinge, die ich von Menschen in der Region zur Verfügung gestellt bekommen habe, anschließend verkaufen würde“, so Chmielewski. In Ausnahmen verleihe sie höchstens ganze Ausstellungen.

Manche Exponate könne man in einem anderen Kontext noch einmal verwenden. „Und wir sind ja auch zusammen mit dem Kreisarchiv so etwas wie die Erinnerung der Menschen.“

Die fünf Lager, die das Museum in der Stadt hat, sind daher ziemlich voll. Rund 600 Quadratmeter Fläche gibt es, zum Teil sehr verwinkelt und nicht immer trocken „Seit Jahren möchte ich gern ein Zentrallager haben, aber bisher hat das nie geklappt“, klagt Chmielewski. Dort könnten die Exponate sicherer gelagert werden und wären schneller für Ausstellungen greifbar.

Welche davon erfolgreich wird, das weiß die Museumsleiterin vorher selbst nicht genau. „Bei der zur Sturmflut 1962 hätte ich nicht daran geglaubt“, sagt Chmielewski. Und dann hätten ihr die Besucher die Bude eingerannt. „Am erfolgreichsten war die Ausstellung zu den Barbie-Puppen mit doppelt so vielen Besuchern wie sonst. Das war neu, das hat die Menschen generationsübergreifend interessiert.“ Offenbar sei es gut, wenn die Ausstellungen originell seien und einen regionalen Bezug hätten.

Und hat Anita Chmielewski ein Lieblinsgexponat? „Einige gibt es – aber die sind wie die Kaiservase dann immer ständig im Museum ausgestellt.“

>In der nächsten Woche lesen Sie an dieser Stelle über die verborgenen Schätze des Wenzel-Hablik-Museums.

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen