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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 18:51 Uhr

Baugebiet : „Die Probleme sind eklatant“

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Architekt stellt Planungsstand für Wohnbebauung auf ehemaligen Eisenbahn-Gelände vor. Im kommenden Jahr noch keine Bebauung.

„Realistisch ist, dass wir 2017 noch kein Grundstück verkaufen werden.“ Dies sagte Stadtplaner Bernd Schürmann zum Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes. Der Itzehoer Diplom-Ingenieur vom Büro „Stadt Raum Plan“ überplant zurzeit sieben Hektar des zehn Hektar großen Areals an der Bahnstrecke für eine private Investorin. Die bisherigen Planungen stellte Bernd Schürmann im jüngsten Bauausschuss den Politikern vor. „Wir arbeiten seit elf Monaten an der Planung.“ Vorgesehen sind unter anderem mehrgeschossige Häuser mit Wohnungen, Einfamilienhäuser, ein Begegnungshaus und ein Restaurant. Das Gelände habe eine günstige, fußläufige Lage zum Stadtzentrum. Das spreche dafür, es zu entwickeln. Östlich liegen der Friedhof und auch der Kleingartenverein, sagte er zu einer möglichen Erweiterung des Baugebietes. Und eine Besonderheit sei, dass der Bolritt das Areal in der Mitte quert. Zurzeit sei das Gewässer dort verrohrt. „Wir wollen es entrohren und den Verlauf offen gestalten.“

Entwässerung:

„Es ist nicht die grüne Wiese, auf der wir planen“, sagte er zu den Schwierigkeiten, die unter anderem die Entwässerung auf dem ehemaligen Bahngelände bereiten. „Wir beschäftigen uns seit Wochen mit dem Oberflächenwasser.“ Deshalb ist eine Idee, den Bolritt wieder zu öffnen. „Das Gelände ist so lang gestreckt, deshalb wäre das Gewässer ein schönes Element.“ Eine weitere Möglichkeit wäre ein großdimensioniertes Regenrückhaltebecken, denkbar in der Nähe des Bolritts. Gesprochen werde zurzeit auch von einem Ankauf eines östlichen Grundstückes, um dort zu entwässern.

Erdboden:

Thema war auch eine mögliche Verseuchung des Bodens. Denn seit 1881 wurden auf dem Gelände Loks und andere Maschinen der Bahn in großen Hallen repariert. „Es gab vielfältige Untersuchungen“, sagte Schürmann. Der Vorbesitzer Bahn habe aus seiner Erfahrung sehr gründlich untersuchen lassen. Wesentliche Flächen seien kontaminiert. Deshalb schlägt der Planer vor, so genannte Raster zu bilden und den Boden im Labor dann zu untersuchen. „Was gesund ist an Boden, werden wir dann in den Lärmschutzwall einbauen.“ Denn den gesamten Bodenaushub wegzuschaffen, verursache zu hohe Kosten. Deshalb soll nur der kontaminierte Boden auf eine spezielle Deponie gebracht werden. „Gesundes Wohnen wird gewährleistet“, erklärte der Planer.

Lärmschutz:

Weil es am Janssenweg zuviel Bahn- und Autoverkehr gibt, werden in dem Bereich zu dieser Straße Mehrfamilienhäuser geplant sowie direkt am Bahnübergang ein Begegnungshaus, eventuell mit Büros,gebaut.

Verkehr:

Um beim Verkehr Rückstaus zu vermeiden, wird die Einfahrt so östlich wie möglich vom Bahnübergang gewählt. Es wird eine Lingsabbiegerspur zum Areal geben und von dort zwei Abfahrspuren. Auf dem Baugebiet selbst ist die neue Straße das „Rückgrat“, von dort zweigen kleinere Straßen ab in die Wohn-Quartiere. Rechts von der neuen Straße – fast direkt am Janssenweg – soll ein Schnell-Restaurant eröffnet werden.

Zweiter Bauabschnitt:

Der zweite Bauabschnitt ist noch nicht überplant, weil dafür noch ein erforderliches Artenschutzgutachten erstellt wird muss, was erst ab Frühjahr möglich ist.

Fazit:

„Die Probleme sind eklatant“, so der Planer. Er werde aber gerne wiederkommen, um über den Sachstand zu berichten und mit den Politikern offene Fragen zu diskutieren, die für den künftigen Bebauungsplan notwendig sind. Begleitet wurde Schürmann von Gert Soll aus Rendsburg, er ist zuständig für die Entwässerungs- und Verkehrsprobleme, sowie von Olaf Görmig und Carola Blekker von der Planungsgruppe Hass aus Pinneberg. Sie sind zuständig für den Umweltbericht.
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erstellt am 10.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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