Junge Union : „Die Politik verjüngt sich“

Möchte mehr junge Menschen für die Politik vor Ort begeistern: Marie-Charlotte Lück.
Möchte mehr junge Menschen für die Politik vor Ort begeistern: Marie-Charlotte Lück.

Marie-Charlotte Lück, Vorsitzende der Jungen Union, ist mit 20 Jahren jüngstes Mitglied im Wirtschaftsausschuss.

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21. Juni 2018, 04:45 Uhr

Sie ist mit politischen Themen aufgewachsen: Marie-Charlotte Lück. Jetzt macht die 20-Jährige selbst Politik. Seit April ist sie Vorsitzende der Jungen Union in Glückstadt. Und demnächst stimmt sie für die CDU als bürgerliches Mitglied in ihrer ersten Sitzung im Wirtschaftsausschuss und im Kita-Beirat für die Familienbildungsstätte ab.

Marie-Charlotte Lück hat das Detlefsengymnasium in Glückstadt besucht. Jetzt studiert sie Politikwissenschaften im zweiten Semester an der Universität in Hamburg. Wohnen in Glückstadt und studieren in der Hansestadt: Das hält sie momentan eigentlich gar nicht für vereinbar. Grund ist die Unzuverlässigkeit der Bahn. Öfter hat sie es bereits erlebt, dass die Bahn steht, weil es eine Störung auf der Fahrt von oder nach Hamburg gibt. „Aber das Auto ist auch keine Alternative. Es gibt keine Parkplätze an der Uni.“ Die Unzulänglichkeiten auf den Bahnfahren ist für sie ein politisches Thema. „Glückstadt muss mehr Druck machen“, sagt sie angesichts der mangelnden Verlässlichkeit der Bahn. „Dieses Thema beschäftigt auch die jungen Leute.“

Schon lange interessierte sie sich für Politik, trat aber erst nach dem Abitur in die CDU ein. Was sie immer wieder feststellt: „Viele jungen Menschen wissen wenig von dem, was in Glückstadt vorgeht.“ Marie-Charlotte Lück möchte mehr junge Leute für das bewegen, was vor Ort interessant ist. „Die Junge Union ist unabhängig von der CDU“, wirbt sie für die einzige politische Jugendbewegung in Glückstadt. Vielmehr sei es sogar so, dass die Mitglieder der Jungen Union (JU) durchaus auch Gegenpositionen zur CDU vertreten würden. „Zum Beispiel macht die JU Druck bei der Digitalisierung.“

Zum einen gehe es darum, Debatten zu führen, zum anderen auch, Spaß miteinander zu haben. Ob vor Ort oder auf Kreisebene, es gäbe viele verschiedene Veranstaltungen. Die JU Glückstadt plane zum Beispiel die Aktion „Pizza und Politik“, zu der alle Interessierten willkommen sind. „Das werden wir dann über Facebook kommunizieren.“ Auf jeden Fall wird bis zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft ein Kino-Gutschein unter neuen Mitgliedern verlost. Wer interessiert ist, kann sich über m-c.lueck@cdu-glueckstadt.de bei ihr melden.

Interessiert verfolgt die Glückstädterin zurzeit die Querelen zur Flüchtlingspolitik zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer. „Ich kann beide Seiten verstehen“, sagt die JU-Vorsitzende. Ein Kompromiss sei notwendig. Dass die Bundeskanzlerin bei diesem Disput würde zurücktreten müssen, glaubt Marie-Charlotte Lück nicht. „Es gibt keine Alternative zu Angela Merkel“, ist sie überzeugt.

Über den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (44), sagt sie: „Er ist ein Hoffnungsträger, er ist modern. Vor ihm gab es zehn Jahre Stillstand im Land.“ Jetzt bewege sich etwas. Generell sehe sie mit Blick auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron (40) und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau (46): „Die Politik verjüngt sich.“ Und sei offener für Veränderungen.

Besonders wichtige Themen für die junge Generation sind aus Lücks Sicht der schnellstmögliche HVV-Beitritt, die Breitbandversorgung, der Kita Bedarf, der innerstädtische Verkehr und eine „vernünftige Kommunikation bei der Umsetzung der Abschiebehaftanstalt. „Außerdem wollen wir weiter mit dem Kinder- und Jugend-Forum zusammenarbeiten, weil dort die Jugendlichen der Stadt ihre Ideen oder auch Probleme kommunizieren können.“

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