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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 05:04 Uhr

Filmfestival : Die Natur als Hauptdarsteller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Publikum als Jury: Zuschauer des Green Screen Festivals sind begeistert von den tierischen Filmen. Der Trend geht zu umweltkritischen Filmen.

Weshalb Frösche im beschaulichen Dorf Rühstädt gefährlich leben, wie Seekühe Bärte von Tauchern als Zahnbürste benutzen und warum die Tigerpython-Mama kurz vor dem Schlüpfen ihrer Jungen Reißaus nimmt – rund 300 Kinogänger aus Itzehoe und Umgebung kennen seit gestern die Antworten darauf. Sie waren in das Itzehoer Cinemotion gekommen, um sich drei Beiträge im Rahmen des internationalen Naturfilm-Festivals Green Screen anzusehen.

Das Publikum war gleichzeitig Jury: Seine Aufgabe war es, unter den drei Filmen „Wildes Sri Lanka“, „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ und „Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber“ ihren Liebling auszuwählen und so den Gewinner des sh:z-Publikumspreises mitzubestimmen. Keine leichte Aufgabe, wie die Zuschauer fanden.

Den Start der Vorstellungsreihe machten die Störche. „Die haben mich eigentlich gar nicht interessiert, Störche hat man ja schon mal gesehen“, dachte Marion Hinze bevor sie den Film sah. Und danach: „Ich bin positiv überrascht! Das sind wahnsinnige Aufnahmen und eine tolle Story“, lobte die Münsterdorferin. Die Filmemacher hatten Meister Adebar in seinem Sommerdomizil im kleinen Rühstadt (Mecklenburg Vorpommern) auf unterhaltsame Weise eingefangen. Szenen, wie die Brutvögel sich beim Nestbau abasten, sorgten für Lacher. Bei Dramen auf Dächern von einer wütenden Ex-Gemahlin, die das Storchenpaar aus dem Nest vertreibt, kam Spannung auf. „Der rote Faden im Film hat mir sehr gefallen“, so Besucherin Helgard Bischel, die mit Enkel Paul (8) kam. „Die Aufnahmen aus Sri Lanka waren zwar beeindruckender und aufwendiger, aber ich fand es ein bisschen durcheinander“

Der Streifen aus dem Inselstaat sorgte mit bunten und spektakulären Aufnahmen aus dem Tierreich für viel Eindruck. Sri Lanka ist zwar kleiner als Bayern, aber reich an evolutionärer Vielfalt. Hier gibt es viele Lebewesen, die es sonst nirgendwo gibt. Ob blaue Elster, Languren, Webeameisen oder Frösche, die sich als Steine tarnen.

Nach einer kurzen Pause wurde es dann mit dem Film über die verwaiste Seekuh „Hamilton“ emotional. Gerührt verfolgte das Publikum den Weg des friedlichen Kolosses, der von Tauchern erschreckt das sichere Gewässer verlässt, von einem Motorboot verletzt wird und auch noch seine Mutter verliert. Der liebenswerte Pechvogel wird von Tierschützern aufgepäppelt und überlebt auch eine Plage giftiger Algen, die Hunderte Artgenossen dahinrafft. Für Ruthild Böckmann-Blank aus Lohbarbek war das der Favorit. „Es ist gut, dass auch mal dargestellt wird, was der Mensch alles kaputt macht.“ Dem stimmte auch Grit Lerch zu: „Der Film sollte den Tauchern und Bootsbesitzern vorgeführt werden. Wir wissen viel zu wenig über die Umwelt.“ „Hamilton“ hatte auch ihr Herz erobert und bekam das Kreuzchen auf dem Abstimmzettel. Hamiltons Abenteuer hat gute Chancen, den Publikumspreis zu bekommen. Denn der Trend geht zum umweltkritischen Film, wie Michael Klockemann von Green Screen erklärte.

Itzehoe war die letzte von insgesamt 15 Stationen der Festival-Tournee, die der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag zusammen mit Green Screen veranstaltet hat. An allen Standorten des sh:z bekamen die Kinobesucher die drei Filme zu sehen und konnten für ihren Favoriten abstimmen. Jetzt wird ausgezählt und ermittelt, wer den Schnabel, die Schnauze oder die Nase beim Publikum vorne hatte. Der Gewinner bekommt im Rahmen des Green Screen Festivals am 12. September in Eckernförde den sh:z-Publikumspreis überreicht.

 

 

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