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Wirtschaft : „Die Nachfrage steigt ungebremst“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hunderte Millionen Deckel ohne umstrittenes PVC stellt die Itzehoer Pano Verschluss GmbH jährlich her – mit steigender Tendenz.

von
erstellt am 29.Jul.2017 | 05:00 Uhr

An der Laderampe ein Lkw mit ungarischem Kennzeichen. In der Halle warten Paletten mit dem Ziel Italien. Für ihre Deckel ohne Polyvinylchlorid (PVC) hat die Pano Verschluss GmbH längst Kunden außerhalb Deutschlands. „Ich gehe davon aus, dass es eine europäische Entwicklung wird“, sagt Geschäftsführer Wulf Eberhardt. Eine Entwicklung, bei der das Itzehoer Unternehmen weiter ganz vorn dabei ist.

Nach wie vor dient PVC oft als Dichtung in Metallverschlüssen. Erst durch Weichmacher wird es geschmeidig, allerdings sind sie fettlöslich und gelangen so in die Lebensmittel im Glas. Pano benutzt seit Jahren ein Kunststoff-Granulat der Firma Actega. Mal ist es in Weiß gehalten, oft ist die PVC-freie Dichtung aber an leuchtendem Blau im Deckel zu erkennen. „Blue Seal“ heißt deshalb die Marke.

„Die Nachfragesteigerung ist ungebremst“, sagt Eberhardt. Etwa zehn Prozent des deutschen Marktes seien umgestellt, forciert werde dies von den großen Lebensmittel-Einzelhändlern. Wichtige Marken dagegen sträubten sich weiterhin, ihnen sei der Schritt zu teuer. Dennoch sähen sich auch große Firmen veranlasst, sich in Richtung PVC-frei zu bewegen. Das befeuere die Entwicklung zwar, gleichzeitig helfe die weiter bestehende Zurückhaltung der Itzehoer Firma, so der Pano-Chef. „Der einzige Treiber in die Richtung sind wir.“

80 Prozent der Produktion seien umgestellt auf PVC-freie Deckel, und um sich darauf zu konzentrieren, habe Pano einige Spezialdeckel nicht mehr im Programm. Die erste Milliarde an produzierten Verschlüssen ohne PVC wurde im vergangenen Herbst voll gemacht. In diesem Jahr würden es knapp 500 Millionen, sagt Eberhardt. Es gab Zeiten, in denen die Nachfrage nicht zu bedienen war, inzwischen sei eine große Kapazität aufgebaut worden. Die wird jetzt besonders gebraucht, denn es beginne die Hochsaison: Konserven für Obst, Gemüse oder auch Gurken brauchen ihre Deckel.

Allerdings wird nach wie vor an zwei Standorten gearbeitet: dem bisherigen Firmensitz in der Gasstraße und den neu gebauten Hallen an der Fraunhoferstraße im Edendorfer Innovationsraum. Dort ist das Lager, dort werden Deckel vorlackiert, dann in der Gasstraße bedruckt und schließlich wieder in Edendorf mit der Dichtung versehen. 140 Angestellte hat die Firma, 30 davon in der Verwaltung. Diese sollen laut Eberhardt voraussichtlich im Herbst in noch leere Räume im Innovationsraum ziehen. Aus Kostengründen müsse in absehbarer Zeit auch die Produktion dort zusammengelegt werden: „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre muss das abgeschlossen sein.“ Auch eine Erweiterungsfläche harrt noch der weiteren Entwicklung.

Parallel finde viel Generationswechsel in der Firma statt, und da Nachfolger schwer zu finden seien, setzt Pano stark auf Eigengewächse aus eigener Ausbildung. Eberhardt selbst ist 66 Jahre alt und wollte eigentlich schon in den Aufsichtsrat gewechselt sein. Er sucht einen Nachfolger als Geschäftsführer, der von außen in das Unternehmen kommen müsse. Eine reizvolle Aufgabe wartet in jedem Fall: „Wir werden mittelfristig sicher weiter wachsen.“

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