Die Lust lässt nach

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19. Mai 2016, 12:14 Uhr

Die Veranstaltungen des Vereins „Leselust“ zeichneten sich viele Jahre lang durch die gute Mischung der Themen und Autoren aus: Gehobene Literatur und Krimis, Jungautoren und Bestseller, Erfahrungsberichte, Politisches, Historisches, Brisantes. Damit erreichte der Verein eine breite Streuung im Publikum. Die Anziehungskraft strahlte weit über Wister hinaus. Treue Besucher entdeckten Titel und Autoren, die sie im Vorfeld nicht kannten oder für nicht reizvoll hielten. Einige fanden zur Literatur, Jugendliche schätzten Live-Begegnungen. Die Grenzen zwischen E und U, zwischen Tiefgründigem und Humorvollem verwischten. Oft ergab sich eine erstaunliche Mischung in der Zuhörerschaft, die zu anregenden Diskussionen führte und von kritischen Impulsen begleitet wurden. Nun dominieren Autorinnen und Selbsterfahrungsberichte, die Literatur ist ganz verschwunden, jüngere Besucher werden seltener, der Einzugsbereich ist beschränkt. Der Saal ist immer noch gut gefüllt. Die spritzigen Gespräche in den Pausen und das erhebende Gefühl, eine tolle Veranstaltung erlebt zu haben, lassen aber merklich nach. Schade eigentlich.

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