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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 21:58 Uhr

Genehmigt : Die kleine Emma will bleiben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eltern und Kita-Leiterin kämpfen: Antrag auf Integrationsplatz für Dreijährige mit Down-Syndrom in der Kinderkrippe erfolgreich.

Fröhlich lachend läuft Emma Döring zu ihrer Gruppe. „Am liebsten spielt sie in der Puppenecke oder springt mit dem Hüpftier durch den Gruppenraum“, sagt Erzieherin Simone Donath. Aber Emma spielt auch gern mit ihren Freunden oder lässt sich vorlesen.

Das dreijährige Mädchen besucht die Krippengruppe der evangelischen Kindertagesstätte am Burggraben. Sie hat dort einen Integrationsplatz, da sie den Gen-Defekt Trisomie 21 hat. Dass Emma dort in der Gruppe bleiben kann, hat sie vor allem dem Engagement von Irmgard Johannsen, Leiterin des Kindergartens, zu verdanken. „Wir sind zurzeit die einzige Kindertagesstätte im Kreis Steinburg, der ein Integrationsplatz in einer Krippe zugestanden wird“, erklärt Irmgard Johannsen. Emma benötigt diesen Integrationsplatz und den damit verbundenen aufgestockten Betreuungsbedarf aufgrund der Trisomie 21.

Die Krippe besucht sie bereits seit ihrem ersten Geburtstag. „Emma war von Anfang an hier im Kindergarten mit zuhause, denn ihre ältere Schwester war hier auch und Emma kam immer mit zum Bringen, zum Abholen und auch, wenn besondere Feiern anstanden“, erzählt Peggy Döring, Mutter der Dreijährigen. Sie und ihr Mann Sven sind Lehrer am Detlefsengymnasium und entschlossen sich, Emma mit einem Jahr in eine Krippe zu geben. Gemeinsam mit der Leiterin stellten sie den Antrag, dass die Kleine auch über den dritten Geburtstag hinaus dort betreut wird.

Der Antrag für ein weiteres Jahr in der Kinderkrippe wurde bewilligt. „So kann sich Emma noch ein bisschen Zeit nehmen und die intensive Betreuung genießen, bevor sie im nächsten Jahr hoffentlich in die Regelgruppe übergehen kann“, erklärt Irmgard Johannsen.

Wie es im nächsten Sommer weitergeht, ist aber noch unklar. Für das Mädchen müsste wieder ein Antrag auf einen Integrationsplatz und eine Aufstockung des Betreuungsschlüssels in der Regelgruppe beim Kreis gestellt werden. „Wir möchten natürlich Emma und allen anderen Kindern in der Gruppe gerecht werden und das geht eben nur, wenn wir eine zusätzliche Betreuungskraft in der Gruppe hätten.“

Ihre Eltern würden Emma gern im Kindergarten lassen. „Hier kennt sie sich aus, hat ihre Freunde und fühlt sich sehr wohl“, sagt Peggy Döring. Ansonsten bliebe nur die Möglichkeit, die Kleine in den Lebenshilfekindergarten nach Borsfleth oder eine ähnlich Einrichtung zu geben. Das würde der Dreijährigen aber sicher schwer fallen – da sind sich alle einig.

„Manchmal muss man einfach den Mut haben, sich einzusetzen, den zuständigen Stellen die Notwendigkeit deutlich zu machen und dann passieren manchmal auch kleine Wunder“, sagt Irmgard Johannsen. Und wenn der Kreis Steinburg auch dieses Mal die Notwendigkeit erkennt und Verständnis zeigt für die kleine Emma, dann kann das Mädchen im Sommer weiter in „ihren“ Kindergarten gehen, wo sie sich wohlfühlt und Freunde hat.




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