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Entwicklungshilfe : „Die Kinder sind voller Hoffnung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rajiv Engling war eine Woche lag für Schüler helfen Leben in Jordanien

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2015 | 11:46 Uhr

Es sind die Kinder, die Rajiv Engling zeigen, was zu tun ist. Gerade ist der 20-jährige Itzehoer aus Jordanien zurückgekommen. Dort war der junge Mann, der in Glückstadt sein Abitur macht, für die Organisation Schüler helfen Leben (SHL) im Einsatz, hat Flüchtlingscamps besichtigt – und gesehen, wie Menschen leben, die aus ihrer Heimat Syrien geflohen sind und dabei fast alles verloren haben. Und er hat gesehen, wohin das Geld geflossen ist, das Schüler wie er am Sozialen Tag verdient haben, bei dem Jugendliche einen Tag lang für einen guten Zweck arbeiten. „Die Kinder leben in Armut, aber sie sind so voller Hoffnung. Davon haben sie oft mehr als ihre Eltern“, sagt Engling. Er hat gesehen, wie die Kinder in den Kindergärten unterrichtet werden – dank der Hilfe von SHL, die allerdings nicht ausreiche. „Das Flüchtlingslager Za’atari an der Grenze zu Syrien war mal für 5000 Menschen geplant, jetzt leben dort 83  000 – in Zelten“, erzählt Rajiv. Dementsprechend groß sei die Not. „Doch viele Kinder glauben daran, dass sie einmal Ärzte, Lehrer oder Ingenieure werden können. Manchmal war das hart für mich, zu sehen, dass das wahrscheinlich nichts wird“, sagt Engling, der nach der Reise ein paar Tage brauchte, um das Gesehene zu verarbeiten.

In dem Container, der den Kindergarten beherbergt, habe er zwar manchmal das Gefühl gehabt, alles sei normal, so fröhlich seien die Kinder beim Musikunterricht dabei gewesen. Doch als er das Zelt verlassen habe, sei klar gewesen, „dass nichts normal ist“. Die Flüchtlinge dürften das Camp nicht verlassen, nicht arbeiten, aber in ihre vom Bürgerkrieg gezeichnete Heimat zurück könnten sie auch nicht. Und so herrscht unter den Erwachsenen oft Tristesse. „Deswegen leben viele Flüchtlinge in illegalen Camps, die von der Regierung geduldet werden“, sagt Engling. Die Zustände dort seien aber noch schlimmer als in den regulären Camps. „Die Menschen leben in der Nähe von Feldern, auf denen sie irgendwie arbeiten.“ Eines sei ihm dabei klar geworden: „Man sieht, was wir hier für ein Glück haben.“

Ab Juli wird der Abiturient sein Freiwilliges Soziales Jahr bei SHL ableisten, und anderen Schülern und Organisationen berichten, wo ihr Geld denjenigen zu Gute kommt, die es am nötigsten brauchen – den Kindern. „Sie können nichts für ihre Lage und haben alle Unterstützung verdient.“

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