zur Navigation springen

Hilfsaktion : Die Jungs mit den Weihnachtspäckchen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Freiwillige aus Glückstadt und Umgebung besuchen bedürftige Kindern in Rumänien. Geschenke für den Hilfstransport werden bis 20. November entgegengenommen.

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Wenn sie an Rumänien denken, dann wird ihnen warm ums Herz: Zum wiederholten Male brechen Tobias Grossmann (40) aus Herzhorn, Frank Endemann (43) aus Glückstadt und Marco Geske (39) aus Elmshorn Ende November in das von Armut geprägte Land auf, um Kindern mit Weihnachtsgeschenken eine Freude zu machen. Einerseits macht es sie immer aufs Neue betroffen, dass Menschen zum Beispiel in brüchigen Holzhütten leben. Auf der anderen Seite lassen sich die gestandenen Männer von den strahlenden Kinderaugen berühren: „Ich habe in Deutschland noch nie ein Kind gesehen, dass sich so sehr über Kleinigkeiten wie Zahnpasta oder Seife freut“, sagt Tobias Grossmann, selbst Familienvater.

Er und seine Kollegen sind Teil des groß angelegten „Weihnachtspäckchen-Konvois“, der von den Service-Clubs Round Table und Ladies Circle organisiert wird. Freiwillige aus der ganzen Republik sammeln Schuhkartons mit Schulmaterial, Spielzeug und Kleidung , um sie zu Beginn der Adventszeit nach Rumänien, Moldawien und in die Ukraine zu transportieren. Im vergangenen Jahr, als der Transport zum 13. Mal stattfand, sammelten sich im hessischen Hanau 35 Lastwagen mit insgesamt 66 000 Päckchen und 138 Helfern an Bord und traten die teilweise mehr als 40-stündige Reise nach Osteuropa an – in Regionen, in denen die Menschen mit Pferdefuhrwerken auf den Straßen unterwegs sind und die Äcker von Hand umgraben. Vor Ort zerstreuen sich die Fahrzeuge und Helfer in einzelne Regionen.

Tobias Grossmann und seine Kollegen aus Glückstadt und Elmshorn sind keine Neulinge. Er selbst ist ebenso wie Marco Geske zum vierten Mal dabei, Frank Endemann, ehemaliges Mitglied des Round Table, kommt zum dritten Mal mit. Grossmann, Inhaber einer Spedition für Kühltransporte, fährt mit seinem eigenen Lkw. Wie schon in den vergangenen Jahren werden die drei die ostrumänische Region Siebenbürgen um die Stadt Miercurea Ciuc ansteuern. „Je weiter wir nach Osten fahren, desto schlechter werden die Verhältnisse“, beschreibt Grossmann. Damit meint er nicht zuletzt die Straßen. „Mit dem 40-Tonner kann das schon mal schwierig werden.“ Zum Glück werden die Freiwilligen von Mitarbeitern der örtlichen Caritas erwartet, die das Verteilen der Geschenke koordinieren. „Zu manchen Einrichtungen bringen sie uns mit dem Bulli, weil wir mit dem Lkw nicht durchkommen würden.“

Die Geschenke sind bestimmt für Kinder aus Schulen, Kindergärten, Heimen, Kirchengemeinden oder aus besonders armen Dörfern. „Manchmal versammeln sich die Kinder in Kirchengemeinden, die kleine Weihnachtsfeiern organisieren“, erzählt Frank Endemann. Trotz der Fülle der Geschenke sorgen die Helfer dafür, dass jedes Kind ein passendes Päckchen bekommt. Als einmal tatsächlich ein Mädchen leer ausgegangen war, bekam es im nächsten Jahr ein extra großes, persönliches Geschenk überreicht.

Im Mittelpunkt der Aktion stehe nicht unbedingt die Nachhaltigkeit, sagt Grossmann: „Wir möchten ein Zeichen setzen und den Menschen zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben.“ Frank Endemann ergänzt: „Für die meisten Kinder sind unsere Geschenke die einzigen, die sie im ganzen Jahr erhalten.“ Und nicht zuletzt gehe es darum, den Kindern in Deutschland beizubringen, zu teilen.

Wer helfen möchte, kann einen Schuhkarton mit Geschenken weihnachtlich verpacken und noch bis zum 20. November in der Touristinformation in der Großen Nübelstraße abgeben. Weitere Sammelstelle ist die Firma Kühltrans Nord in Herzhorn. Am Sonnabend, 15. November, stehen Grossmann und seine Kollegen in der Zeit von 15 bis 18 Uhr mit dem Lkw auf dem Marktplatz und nehmen persönlich Spenden entgegen und beantworten Fragen. Sie freuen sich darauf, endlich aufbrechen zu können. Denn die Teilnahme bedeutet für sie eine persönliche Bereicherung: „Was wir mitnehmen, sind die Emotionen“, sagt Tobias Grossmann.

>www.weihnachtspaeckchenkonvoi.de

 

In die Päckchen gelegt werden können   Spielzeug, neue Kinderkleidung, Hygieneartikel, Schulbedarf,  und  Süßigkeiten (keine Nüsse oder Schokolade). Die Päckchen sollten sowohl Jungen als auch Mädchen eine Freude bereiten. Außen sollte gekennzeichnet sein, ob das Geschenk für Baby-, Kindergarten-, Grundschul- oder Teenie-Alter geeignet ist. Deutschsprachige Bücher und Spiele  sind nicht geeignet.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen