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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 12:31 Uhr

Events : Die große Schau der alten Schlepper

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lanz Bulldog-Treffen in Brokstedt hat auch im 40. Veranstaltungsjahr nichts von seiner Anziehungskraft verloren

„Es ist eine einmalige Veranstaltung“, betonte der Vorsitzende des Lanz Bulldog Clubs SH Michael Bollweg. Anlässlich der 40. Veranstaltung gehörten die zwölf Dreschsätze auf dem Speedwayring eindeutig zum Highlight des Tages mit wieder einer überwältigenden Anzahl von Besuchern auch auf dem angrenzenden Flohmarkt. „In ganz Schleswig Holstein und Deutschland weiß ich nicht, dass mal so viele Dreschmaschinen nebeneinander gearbeitet haben“, freute sich Bollweg.

Hingucker war die 100 Jahre alte Lanz-Dampf-Lokomobile aus dem Museumsdorf Hösseringen in Niedersachsen. Die Maschine war vor 24 Jahren als Reimport aus Brasilien nach Deutschland gekommen. Der Museumsverein hatte die Dampfmobile im Rahmen einer ABM-Maßnahme mit einem Schlossermeister in Stand gesetzt. „Die Drescherei ist ja gewaltig“, entfuhr es auch Wilhelm Lütje aus Schenefeld, der sich einen 35 PS Lanz ganz genau anguckte. Lüder Borders aus Fehrenbruch in Niedersachsen war vor zehn Jahren schon mal in Brokstedt und erfreute sich „an dem Kontrast zu den ganzen Hochglanzmaschinen“. „Darauf habe ich noch gelernt“, entfuhr es Udo Becker aus der Nähe von Eckernförde beim Anblick eines Fahr aus den 60er Jahren.

Für Aufsehen sorgte auch Hans Kruse aus Brickeln im Raum Dithmarschen, der mit seiner Truppe und zwei Panierraupen gekommen war. Sechs Monate haben sie nach Feierabend und am Wochenende daran gearbeitet, um die beiden Oldies bis zu diesem Lanz Bulldog Treffen fit zu machen. Die Hanomag K55 aus dem Jahr 1954 wurde dafür komplett zerlegt. Aus Holland und Süddeutschland mussten Ersatzteile besorgt werden.

„Das ist etwas ganz seltenes“, freute sich auch Sprecher Joachim Becker, der im 19. Jahr die Schlepperparade wieder einzigartig kommentierte. Er zeigte sich zugleich „angenehm überrascht, dass auch Trecker da sind, die schon Ende der 70er Jahre mit in Meezen waren“. Clubs aus Sachsen, Hessen und Bayern waren schon am Vortag angereist und am Veranstaltungstag selbst waren auch die erwarteten Skandinavier zu sehen und zu hören. 44 Ehrungen für jeweils 25-jährige Clubmitgliedschaft wurden am Vorabend vorgenommen. Für die passende Stimmung sorgte die Band Sixty 5 aus Elmshorn.

Eine kurze Anreise hatten die Sarlhusener Uwe Schröder, Jochen Rixen, Gero Wilczek und Jürgen Delfs. Mit ihren zusammen über 250 Jahre alten Motorrädern und Mokicks drehten sie am Vorabend kräftig ihre Runden. Genau das war nämlich am Veranstaltungstag aufgrund der vielen tausend Besuchern nicht mehr möglich. Schwierig war es auch für spät angereiste Fahrer, überhaupt noch einen Platz im Stadion zu bekommen. Viele mussten den Vatertag im Fahrerlager ausharren. Anders erging es der Band „Die durstigen Musikanten aus Wilster“, die mit schmissiger Musik quer durch das Stadion sorgten. Und eines war nicht nur für Trödel Michel aus Nordfriesland klar: „Heute Abend melden wir uns gleich wieder für das kommende Jahr an“.




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