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VerwaltungsjubilÄum : Die Geburt des Kreises Steinburg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit einem großen Festakt und Tag der offenen Tür wird im Sommer das 150-jährige Bestehen des Verwaltungsgebietes gefeiert.

„Die Schleswig-Holsteiner sind fortan Preußen.“ Mit diesen Worten verkündete Oberpräsident Carl von Scheel-Plessen vor 150 Jahren, am 24. Januar 1867, im Kieler Schloss die Einverleibung der Herzogtümer Schleswig und Holstein in den preußischen Staat. Eine der Folgen: Durch eine umfassende Verwaltungsreform unter preußischer Ägide entstanden flächendeckend die Landkreise in Schleswig-Holstein – also auch der Kreis Steinburg. Das Ereignis soll an zwei Tagen gefeiert werden. Am 30. Juni gibt es einen großen Festakt, am 1. Juli präsentiert sich die Kreisverwaltung mit allen Abteilungen bei einem Tag der offenen Tür. In loser Folge werden wir über Geschichte, Verwaltung und Aktivitäten zum Jubiläum berichten.

Hintergrund der Kreisgründungen ist die von den Preußen 1867 erlassene Verordnung „betreffend die Organisation der Kreis- und Distriktbehörden sowie der Kreisvertretung in der Provinz Schleswig-Holstein“. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein, „die von 1460 bis 1864 mit dem Königreich Dänemark durch Personalunion der jeweiligen Regenten verbunden waren, wurden gegen den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung in den preußischen Staatsverband eingegliedert“, sagt Kirsten Puyman, Leiterin des gemeinsames Archives des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe. Der Kreis Steinburg mit Sitz in Itzehoe wurde gebildet aus dem Amt Itzehoe, dem Bezirk des Klosters Itzehoe und eines Teils des Klosters Uetersen, den adeligen Gütern des Itzehoer Güterdistrikts mit der Herrschaft Breitenburg, der Herrschaft Herzhorn, der Blomeschen und der Engelbrechtschen Wildnis. Das Gebiet des neuen Kreises war gegenüber dem alten Amt Steinburg wesentlich vergrößert worden. Bei der Neugliederung der Herzogtümer in Kreise hatte man die geschichtliche Entwicklung der Gebiete zu berücksichtigen versucht. Bestehende Bindungen wurden nicht getrennt, sondern –soweit es möglich war – verschiedene Gebiete vereinigt. „Deshalb hatte der preußische Regierungsrat von Rosen auch den Namen Steinburg beibehalten und nicht, wie sonst oft geschehen, den neu gebildeten Kreis nach der Kreisstadt benannt.“ Das Kreisgebiet war in seinen Ausmaßen nach dem preußischen Vorbild eines Kreises gebildet worden. „Jeder Bürger sollte in einem Tagesritt, ungefähr 40 Kilometer, die Kreisstadt erreichen und am selben Tag nach Hause zurückkehren können.“

Der neu gebildete preußische Kreis erhielt eine Eigenschaft, die das alte Amt nie gehabt hatte, so Kirsten Puyman. Er wurde ein Kommunalverband. Hinsichtlich der eigenen Verwaltung hatte nun der Kreis das Recht, im Rahmen der Gesetze alle in seinem Interesse liegenden Angelegenheiten zu Kreisaufgaben zu machen. Durch die Kreisordnung vom 26. Mai 1888 wurden als Organe, durch die der Kreiskommunalverband handelt, der Kreistag und der Kreisausschuss eingeführt. Beider geschäftsführender Vorsitzender wurde der Landrat des Kreises. Er vereinigte somit zwei Eigenschaften, die des politischen Staatsbeamten und des Leiters der Kreiskommunalverwaltung in seinem Amt. In der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 gab es nur wenige, aber weit reichende Änderungen der Kreisordnung. Die Zuständigkeiten des Kreistages wurden 1933 auf den Kreisausschuss übertragen. Der Landrat wurde damit von der nationalsozialistischen Kreisleitung kontrolliert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges musste jede Gemeinde, jede Stadt und jeder Kreis in der britischen Besatzungszone eine eigene Verfassung erlassen, die der Genehmigung der britischen Militärregierung bedurfte. Nach Beendigung der Besatzungszeit trat am 27. Februar 1950 die vom Landtag verabschiedete Kreisordnung in Kraft. Der Landrat wurde danach vom Kreistag auf sechs Jahre gewählt und vom Innenministerium bestätigt. Der von allen Einwohnern des Kreises gewählte Kreistag ist das oberste Organ des Kreises, das für alle Selbstverwaltungsaufgaben zuständig und verantwortlich ist. Oberster politischer Repräsentant des Kreises und Vorsitzender des Kreistages ist seitdem der aus den Reihen der Mitglieder gewählte Kreispräsident.

„Die Grenzen, die 1867 für den preußischen Kreis festgelegt wurden, hatten bis 1969 Bestand“, so Kirsten Puymann. Nach einer Neuordnung von Gemeinde- und Kreisgrenzen wurden 17 Gemeinden des Kreises Rendsburg als neu gebildetes Amt Schenefeld in den Kreis Steinburg eingegliedert. Eine weitere Änderung gab es ab 2008, damals wurde die Anzahl der Ämter im Kreis Steinburg von neun auf sieben verringert. Die Städte Kellinghusen, Wilster und die Gemeinde Lägerdorf wurden den jeweiligen Ämtern zugeordnet.



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