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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 10:40 Uhr

Die ganze Stadt ein großer Basar

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tausende drängelten sich durch die Innenstadt auf der Suche nach Schnäppchen

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2015 | 14:39 Uhr

Der Flohmarkt in der Innenstadt von Wilster hat am Sonnabend wieder einmal seine Anziehungskraft unter Beweis gestellt. Besucher kamen nicht nur aus Wilster und der Wilstermarsch, sondern aus dem gesamten Kreisgebiet und von weiter her. Parkplätze waren im Laufe des Tages Mangelware. Am Rathaus, auf dem Colosseumplatz sowie an den Fahrbahnrändern von Steindamm, Johann-Meyer-Straße und Neue Burger Straße standen die Fahrzeuge dicht an dicht. Mehrere tausend Menschen drängten sich zu Spitzenzeiten durch die Flohmarktgassen am Kohlmarkt, Burger Straße, Markt, Marquardstraße und Taggstraße.

Die gut 400 Standbetreiber waren zum großen Teil schon so früh vor Ort, dass sie ihre Tapeziertische für die Präsentation ihres Warenangebots noch in der Dunkelheit aufstellen mussten. Kleidung für Groß und Klein, Gläser und Geschirr und Kinderspielzeug prägten das Sortiment auf dem Flohmarkt. Kinderfahrzeuge vom Bobbycar über Laufrad, Kinderkarren und Fahrräder hatten meist schon in aller Frühe einen neuen Besitzer gefunden.

Wurst- und Getränkestände, der Verkauf von Süßigkeiten, Crêpes, Kaffee und Kuchen ließen auch das leibliche Wohl der Händler und Besucher nicht zu kurz kommen. Das örtliche Deutsche Roten Kreuz verkaufte auch auf dem 37. Wilsteraner Flohmarkt wieder seine beliebte Erbsensuppe. Mit der Schöpfkelle füllten die DRK-Ortsvorsitzende Karin Lindemann und Heiner Sötje von der DRK-Bereitschaft so manche Suppenschüssel. Vor der Volksbank Elmshorn-Pinneberg am Markt drehte sich wieder das Glücksrad mit vielen Sachpreisen. Der Erlös soll diesmal der Wolfgang-Ratke-Schule für den Kauf einer neuen Musikanlage zur Verfügung gestellt werden.

Jedes Buch für einen Euro verkauften die Damen von Inner Wheel. An ihrem Stand vor der Schwan-Apotheke boten sie Literatur für einen Euro pro Buch an. „Unsere Bücher-Wundertüten mussten wir öffnen und die Bücher einzeln verkaufen“, sagte Inner-Wheel-Präsidentin Christine Plambeck. Unbesehen fanden die zunächst geplanten Bücher-Wunderpäckchen allerdings keine Abnehmer. Im Verkauf waren neben der Präsidentin auch ihre Mitstreiterinnen Petra Looft, Edda Salander und Mariane Peter aktiv. Mit dem Erlös will Inner Wheel das Projekt SuSA, ein Spiel- und Sprachangebot für Migrantinnen und deren Kinder bis zum Alter von drei Jahren unterstützen. Das offene Gruppenangebot wird vom Ortsverband Itzehoe des Deutschen Kinderschutzbundes im Kinderhaus „Blauer Elefant“ durchgeführt.

Dazu gehören gemeinsame Aktivitäten von Mutter und Kind wie Spiele, Lieder und Kinderreime, Deutsch lernen in einer Gruppe, Austausch mit anderen Eltern und bei Bedarf auch eine Einzelberatung.

Auch der musikalische Teil der Großveranstaltung war so recht nach dem Geschmack des Publikums. Der WRS-Spielmanns- und Fanfarenzug hatte dazu den Spielmannszug Neumünster zu Gast. Beide zogen mit klingendem Spiel über den Flohmarkt und durch die Straßen der Stadt. Auf der Bühne vor der Kirche unterhielt schließlich „For Emotion“, eine Partyband aus Neumünster, die Flohmarktbesucher. Hier wurde noch gefeiert, als die Stände am späten Nachmittag fast vollständig abgebaut waren.

Die Idee zum Flohmarkt wurde übrigens aus Geldmangel geboren. Holger Mikolajczyk, Otto Frauen und Heino Junge, das Trio der ersten Stunde vom WRS-Spielmannszug, brauchten Geld für neue Instrumente. „Wir wollten mal etwas anderes machen“, erinnert sich Mikolajczyk. Sie klapperten die Geschäfts- und Privatleute in der Marschenstadt ab und versuchten, diese für ihre Idee zu begeistern. „Die Resonanz war unglaublich groß“, so Holger Mikolajczyk. Und das ist in den 37 Jahren – inzwischen mit Unterstützung des Gewerbevereins – auch so geblieben.

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