Die Flora des Friedhofs

„So etwas bekommt man nicht oft zu sehen“, schwärmt Nils Andersen über den Tulpenbaum auf dem Friedhofsgelände.
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„So etwas bekommt man nicht oft zu sehen“, schwärmt Nils Andersen über den Tulpenbaum auf dem Friedhofsgelände.

Botanische Führung zum 200-jährigen Bestehen / Festwoche endet mit Konzert

shz.de von
01. Juli 2017, 07:00 Uhr

Vor allem vom Gehölz zeigte sich Nils Andersen begeistert. „Dieser alte Baumbestand, das ist fast wie auf dem Ohlsdorfer Parkfriedhof“, schwärmte der studierte Forstwirt. Insbesondere ein blühender Tulpenbaum an einem der Hauptwege im Süden des Friedhofs Brunnenstraße faszinierte ihn. „Das ist wirklich ein selten schönes Exemplar“, sagte er über den vor allem in Nordamerika verbreiteten Laubbaum. „So etwas bekommt man nicht oft zu sehen.“

Im Rahmen der Festwoche zum 200-jährigen Bestehen des Friedhofs veranstaltete Andersen am Donnerstagabend eine botanische Führung über das Areal, an der auch Pastor Christian Krause und Benno Ahting von der Friedhofsverwaltung teilnahmen. Los ging es für die rund 30 interessierten Teilnehmer an den 124 Pflanzen im Bibelgarten. „60 davon werden in der Bibel erwähnt“, erklärte Benno Ahting. Unter ihnen Oliven, Granatapfel und Zitrone, aber auch Johanniskraut, Majoran oder Lavendel.

Bei der Tour über das weitere Friedhofsgelände ging Andersen dann wieder näher auf den Gehölzbestand ein. Während es in Nordamerika etwa 360 verschiedene Baumarten gibt, sind es in Zentral-Europa nur etwa 130. Der Grund: In Nordamerika hätten die Arten vor den Eiszeiten ausweichen können, um dann später wieder zurückzuwandern. In Europa habe es diese Möglichkeit aufgrund der in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge nicht oder nur in geringem Umfang gegeben – während die großen Gebirge in Nord-Amerika, Appalachen oder Rocky Mountains, in Nord-Süd-Ausrichtung verlaufen.

Inzwischen aber werden wieder viele Baumarten eingebürgert, die vor den Eiszeiten auch bei uns heimisch waren. Der Tulpenbaum war nur eines der vielen Beispiele, auf das Andersen während seiner Führung einging.


>Jubiläums-Konzert: Zum Abschluss der Festwoche zum 200-jährigen Bestehen des Friedhofs an der Brunnenstraße gibt es heute ein Konzert in der Friedhofskapelle. Jonathan Krause (Klarinette und Saxophon) und Dörthe Landmesser (Klavier) präsentieren ein sommerliches Programm von Klassik über Jazz bis hin zum Klezmer. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.


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