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Seehundstation Friedrichskoog : Die ersten Heuler sind ausgewildert

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Es ist soweit: Die Seehundstation Friedrichskoog hat heute die ersten Seehundkinder der Saison ausgewildert.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Friedrichskoog | Die Seehundstation Friedrichskoog (Dithmarschen) hat am Sonntag die ersten Seehund-Heuler dieser Saison auswildert. Drei verwaiste Jungtiere hätten sich genug Speck für ein selbstständiges Leben im Wattenmeer angefressen, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. Ein Kutter brachte die jungen Raubtiere auf eine Sandbank zu ihren Artgenossen. Das Trio hat weiße Farbmarkierungen auf den Köpfen, um sie von den anderen jungen Seehunden im Wattenmeer unterscheiden zu können. Die drei Seehundjungen Felix, Heike und Otti verließen die Station in Friedrichskoog am Sonntag bereits nach wenigen Wochen Vollpension.

Sie konnten schneller aufgepäppelt werden als viele ihrer Leidensgenossen. So ist der erste Heuler der Saison immer noch zu dünn zum Auswildern, sagte Stationsmitarbeiter Jan Dohndorf: Das Seehundmädchen Anja war mit mageren 7,6 Kilogramm Gewicht am 28. Mai bei Hörnum aufgesammelt worden. Zum Auswildern muss der Seehundnachwuchs jedoch das Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreicht und vom Tierarzt die notwendigen Gesundheitszeugnisse bekommen haben.

Bei der Futtersuche in der Nordsee müssen sich die Heuler wie alle Seehunde auf ihren Instinkt verlassen, denn Seehundmütter bringen ihrem Nachwuchs die Jagd nicht bei. Normalerweise wird ein Seehundbaby nach der Geburt rund fünf Wochen lang gesäugt. Danach ist es alt genug, um auf eigenen „Beinen“ zu stehen und selber für Nahrung sorgen zu können, wie Rosenberger erklärte.

Die Seehundstation Friedrichskoog ist nach einem internationalen Abkommen die einzige berechtigte Aufnahmestelle für Heuler in Schleswig-Holstein. Hier werden die kulleräugigen Jungtiere aus Nord- und Ostsee vor dem Hungertod gerettet. Seit Gründung der Station vor 29 Jahren sind in Friedrichskoog knapp 1500 Seehundbabys aufgenommen und versorgt worden. In diesem Jahr waren es bislang 207 Seehundwaisen – ein neuer Rekord.

´Im gesamten Wattenmeer leben rund 20.000 Seehunde, davon ein Drittel vor der Küste Schleswig-Holsteins. Zu den Aufgaben der Seehundstation gehören neben der Aufzucht der Heuler die wissenschaftliche Forschung und Informationen über Seehunde. Seit 1996 finanziert sich die Station ohne staatliche Zuschüsse ausschließlich durch Spenden und den Verkauf von Eintrittskarten.

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