Wirtschaft : Die Chemie stimmt

Wie arbeitet eine Erdölraffinerie? Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums wollen es wissen – und vielleicht einen Ausbildungsplatz finden.
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Wie arbeitet eine Erdölraffinerie? Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums wollen es wissen – und vielleicht einen Ausbildungsplatz finden.

Gymnasium kooperiert mit Heider Raffinerie

shz.de von
04. Januar 2015, 16:22 Uhr

Der Startschuss für die Kooperation der Raffinerie Heide und des Heider Werner-Heisenberg-Gymnasiums ist gefallen. Unter dem Motto „Die Chemie stimmt“ nahmen an der Auftaktveranstaltung im Hemmingstedter Unternehmen 24 Schüler der zehnten Jahrgangsstufe teil. Ziel der neuen Kooperation ist es, den Jugendlichen den praktischen Bezug des an der Schule erworbenen theoretischen Wissens zu verdeutlichen.

Im Rahmen des Chemie-Unterrichts sollen sie in dem Werk hautnah erleben, was Chemie tatsächlich bedeutet und bewirken kann. Nach einem einleitenden Vortrag über die Verarbeitung von Erdöl und einer Filmvorführung lernten die Jugendlichen bei der anschließenden Fahrt über das Raffineriegelände die Prozess-Anlagen genauer kennen.

Danach erlebten die Gymnasiasten im betriebseigenen Labor Untersuchungen und Tests rund um das Thema Erdöl. Dabei bestimmten sie zum Beispiel den Gefrierpunkt und die Dichte von Flugkraftstoff und wendeten ihr in der Schule erlerntes Wissen praktisch an.

Schon in Kürze planen die Kooperationspartner die nächste gemeinsame Aktion, bei der die Raffinerie im Rahmen des Oberstufen-Kunst-Unterrichts von den Schülern fotografiert werden soll. Eine weitere Aufgabe für Schüler des WHG wird darin bestehen, den Weg des Öls von der Gewinnung bis zur Endverarbeitung in einem Comic abzubilden. Durch die Kooperation von Unternehmen und Schule erhalten die Schüler die Möglichkeit, einen persönlichen Eindruck von der Arbeitswelt hier in der Region zu gewinnen. Außerdem bietet sich ihnen die Gelegenheit, mehr über die verschiedenen Berufsfelder in einer Raffinerie, wie zum Beispiel Chemikant, zu erfahren. „Es ist uns ein großes Anliegen, die Schüler frühzeitig über ihre Möglichkeiten in unserem Unternehmen zu informieren. Gern bieten wir ihnen Einblicke in die verschiedenen Tätigkeitsfelder, um sich vielleicht später für einen Ausbildungsplatz bei uns zu bewerben“, sagt Thomas Gerber. Denn die Raffinerie setze auf Fachpersonal aus der Region und macht sich für die Förderung des Nachwuchses stark.

Die Raffinerie Heide ist ein Unternehmen der Klesch-Gruppe und zählt mit rund 500 Mitarbeitern und 40 Auszubildenden zu den größten Arbeitgebern in Dithmarschen. Die Raffinerie verfügt über eine Verarbeitungskapazität von 4,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, so viel wie der komplette Mineralölbedarf Schleswig-Holsteins. Das 1940 erbaute Werk produziert klassische Mineralölerzeugnisse wie Ottokraftstoffe, Diesel- oder Flugkraftstoff. Zudem stellt sie leichtes Heizöl sowie Grundstoffe für die chemische Industrie her.

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