Dialog mit Ausbildungsbetrieben

Bildungsausschussvorsitzender Olaf Hiel (li.) mit den Referendaren Bastian Zehm, Hanna Nedderhof, Oliver Wendt, Frederik Meyer, Amelie Riemann, Tobias Zabel und Maria Siegfried. Hinten: Wolfgang Pfefer (Sasol) und Bürgermeister Stefan Mohrdieck.  Foto: pöschus
Bildungsausschussvorsitzender Olaf Hiel (li.) mit den Referendaren Bastian Zehm, Hanna Nedderhof, Oliver Wendt, Frederik Meyer, Amelie Riemann, Tobias Zabel und Maria Siegfried. Hinten: Wolfgang Pfefer (Sasol) und Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Foto: pöschus

Projekt: Referendare von Regionalschule und Gymnasium sollen mit Brunsbütteler Firmen ins Gespräch kommen

Avatar_shz von
05. November 2011, 08:19 Uhr

Brunsbüttel | Ausbildungsbetriebe und Schulen enger zusammen bringen. Das hat sich Olaf Hiel, Vorsitzender des Bildungsausschusses auf die Fahnen geschrieben. Jetzt trafen sich sieben Referendare von der Regionalschule und dem Gymnasium bei der Sasol zu einem Gedankenaustausch.

Die Idee zu solchen Treffen sei bereits vor einem Jahr das erste Mal umgesetzt worden, so Hiel, dem es auch darum geht, den Bildungsstandort Brunsbüttel zu stärken. "Wie wirkt die Stadt auf jemanden, der von außerhalb hierher kommt?" Das sei eine Kernfrage gewesen. Nicht jeder Student, der als Referendar an ein der stätischen Schulen kommt, hat sich im Vorfeld bewusst dafür entschieden. Vielmehr fällt das Land die Entscheidung in aller Regel sehr kurzfristig. Brunsbüttel ist dann ein Ziel auf Zeit, mit dem die angehenden Lehrer klarkommen müssen. Wie können junge Pädagogen gehalten werden?, sei daher eine Frage. Hier sei ein intensiver Dialog wichtig.

Der, so Hiel, habe sich inzwischen auf Gespräche mit Ausbildungsbetrieben ausgeweitet. Nicht nur die großen Konzerne hat er dabei im Blick. Auch die kleinen Betriebe sind eingeladen, den Dialog zu suchen.

"Es ist ein nettes Plätzchen", beschrieb der Steinburger Tobias Zabel seine ersten Eindrücke von der Schleusenstadt. Frederik Meyer, der schon ein Jahr als Aushilfslehrer am Gymnasium tätig war, betonte, er sei gern geblieben. Mit Bastian Zehm ist sogar ein ehemaliger Schüler als Referendar ans Gymnasium zurückgekehrt. Der gebürtige Buchholzer fühlt sich in der Stadt heimisch. Auch, wenn er das Szenelokal "Rössl" vermisst.

Ein Hinweis, den Olaf Hiel nur zu gerne aufgreift: Was fehlt der Altersgruppe, zu der die Referendare gehören, in der Stadt? Gibt es ein Freizeitangebot, das umfangreich genug ist, junge Lehrer in Brunsbüttel zu halten?

Sasol-Ausbildungsleiter Wolfgang Pfeffer wartete mit einer ganz anderen Mängelliste auf, als er den Referendaren schilderte, wo Schulabgänger heute bei Bewerbungen Defizite mitbringen. "Es sind Dinge dabei, die Ihnen nicht gefallen. Sie sind aber leider Realität."

Mathe, Deutsch, Fremdsprachen - "Das schulische Grundwissen muss sitzen", betonte Pfeffer. "Das ist aber nicht immer der Fall." Auch Leistungsbereitschaft, Kritikfähigkeit und einfache Umgangsformen brächten junge Menschen oft nicht mit. "Wir erwarten keine Perfektionisten", stellte Pfeffer klar. Denn diese Anforderungen seien an sich ja nichts Besonderes. Doch dass 25 Prozent der Schulabgänger als Risikogruppe hinsichtlich ihres beruflichen Erfolgs gelten, müsse nachdenklich machen.

Für Olaf Hiel stand fest: "Das zeigt, dass Schule und Betrieb enger zusammenarbeiten müssen." Da sei noch Potenzial drin.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen