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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 03:59 Uhr

Deutz seit 58 Jahren im Ernteeinsatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum 25. Bauernmarkt am 6. September ab 11 Uhr in Wilster gibt es eine Sternfahrt zum Colosseumsplatz mit den ältesten Schleppern aus den Landgemeinden. Wir stellen die historischen Traktoren und ihre Besitzer in einer Serie vor. Heute: Gerhard Köpsel aus Nortorf.

Als der nagelneue grüne Schlepper 1957 auf den Hof in Schotten rollte, war er mit seinen 24 Pferdestärken der leistungsstärkste im Dorf – und Gerhard Köpsel gerade mal fünf Jahre alt. Sein Vater Hans hatte der 24er Deutz bei Johannsen und Krohn auf dem Dückerstieg gekauft. Gut zehn Jahre war der Trecker das motorisierte Standbein für den Familienbetrieb. Längst ist er von stärkeren Maschinen abgelöst worden, aber noch immer regelmäßig im Ernteeinsatz. „Das ist alles noch im Originalzustand“, berichtet der Landwirt. Er habe auch gar nicht die Zeit, immer daran herumzuputzen. Vor zwei Jahren gab es lediglich mal neue Reifen. Begeistert ist der 63-Jährige noch heute von der Wirtschaftlichkeit des Deutz. Im Frühjahr vollgetankt, komme er damit durch eine ganze Saison. Dabei muss der Zwei-Zylinder-Motor noch Schwerstarbeit leisten. Köpsel gehört zu den nur noch wenigen Landwirten, die ihre Tiere nicht mit Silage, sondern nur mit frischem Heu füttern. Gerne erinnert er sich noch daran, wie mit dem Deutz und schweren Anhängern im Schlepptau Stroh aus Helse oder Friedrichskoog nach Schotten geholt wurde. „Das war eine Tagestour, heute schafft man in der gleichen Zeit vier oder fünf Fuhren.“ Auch eine 200-Zentner-Ladung Rüben aus Holstenniendorf bewältigte der Deutz ohne Probleme.

Runde 10  000 Mark habe der Deutz vor 58 Jahren gekostet – einschließlich Anbaugeräten. „Damals konnte man noch mit dem Verkauf von vier oder fünf Rindern einen Trecker bezahlen“, macht der Landwirt die Preisverschiebungen in der Landwirtschaft deutlich. Auch in seinem eigenen Betrieb wird es Veränderungen geben. Köpsel bereitet sich schon allmählich auf den Ruhestand vor, einen Nachfolger auf dem Hof hat er nicht. Der Deutz wird wohl noch viele Jahre weiter laufen. „Mal ein bisschen Abschmieren, fertig“, weiß Köpsel, dass er 24 pflegeleichte Pferde im Stall hat.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 14:46 Uhr

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