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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 06:51 Uhr

Motoren : Deutschlands jüngster Auto-Tuner

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der 13-jährige Laurin Dohrn aus Hohenlockstedt hat einen eigenen Golf – und schraubt jede freie Minute daran herum.

Nicht für jeden ist ein Auto einfach nur ein Auto. Für den 13 Jahre alten Laurin Dohrn aus Hohenlockstedt ist es viel mehr. „Ich bin stolzer Besitzer eines Golf III mit 60 PS“, sagt der selbstbewusste Junge, der nahezu jede freie Minute am eigenen Fahrzeug verbringt, um seine Ideen umzusetzen und seine Kreativität ausleben zu können. Im Moment gehe es ihm gar nicht darum, aus seinem mittlerweile 23 Jahre alten Golf mehr Leistung herauszuholen, sondern vielmehr darum, etwas Einzigartiges zu schaffen. „Ich pimpe mein Auto“, sagt Laurin, der froh ist, dass Papas Werkstatt ihm diese Möglichkeit bietet.

Angefangen habe alles vor mehr als drei Jahren. Während andere Jungs sich noch mit Matchbox-Autos beschäftigten, saß Laurin das erste Mal hinterm Lenkrad. „Papa hat mir das Auto fahren beigebracht – natürlich nicht auf der Straße, sondern nur auf privatem Gelände“, erzählt Laurin, der dafür stets ausrangierte Fahrzeuge auf dem Firmengelände seines Vaters Ingo fand.

Das erste sei ein Fiat Punto gewesen. „Dafür musste ich den Schrottpreis in Höhe von 100 Euro an meinen Vater zahlen“, sagt der Achtklässler während Papa Ingo erklärt, dass das auch einen Grund habe. „Was nichts kostet, wird auch nicht in Ehren gehalten“, ist sich Ingo Dohrn, der seinem Sohn nicht selten mit Rat und Tat zur Seite steht, sicher. Anfangs, so erzählt Laurin, habe er ja noch nicht so wirklich das richtige Verständnis bei den Reparaturen gehabt. „Mittlerweile schon“, sagt der Autoliebhaber, für den „The Beast“, wie er seinen Golf liebevoll nennt, bereits das sechste Fahrzeug sei, an dem er „herummacht“.

Zurzeit ist Laurin der jüngste Auto-Tuner Deutschlands. Dazu gekommen sei er durch seinen Lieblings-Film „Fast & The Furios“, bei dem es um Schnelligkeit und getunte Fahrzeuge gehe. Außerdem wurde er von Papa Ingo, der selbst einen getunten VW Bus und einen Golf fährt, infiziert. „Als erstes habe ich die Motorhaube und die Türen des weißen Golfs mit schwarzen Aufklebern gepimpt“, erzählt Laurin. Dabei strahlen seine Augen fast ein bisschen wie die „Angel eyes“ – die neuen Scheinwerfer an seinem Golf. „Um mein Auto weiter aufmotzen zu können, muss ich natürlich immer weiter sparen“, sagt der 13-Jährige, dessen ganzer Stolz daher die neuen Scheinwerferblenden mit dem „bösen Blick“ seien. Außerdem hat der Blondschopf die Stoßstange geschwärzt, das alte Lenkrad gegen ein Leder-Sportlenkrad getauscht und das Fahrzeug mit Alu-Felgen verschönert.

„Als nächstes möchte ich mein Auto tiefer legen“, fügt der 13-Jährige in dem Wissen hinzu, dass dieses Vorhaben wohl noch etwas dauern werde. „Die Tieferlegungsfedern sind teuer.“ Im Internet habe er welche für 60 Euro gesehen. „Aber gute Federn kosten Geld – alles andere sind gedrehte Büroklammern“, holt Papa Ingo seinen Sprössling wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Bis er das Geld zusammen hat, will Laurin, der hin und wieder von seinem Kumpel Marc-Eric unterstützt wird, erst einmal alle technischen Mängel und Roststellen beseitigen. „Schließlich möchte ich den Wagen noch fahren, wenn ich den Führerschein habe.“ Auf die Frage, was denn die Mädchen so zu seinem außergewöhnlichen Hobby sagen, hat Laurin, nachdem er ein paar Mal von dem einen oder anderen Mädel versetzt wurde, nur eine Antwort parat. „Die sollen ruhig weiter mit ihren Schminkkartuschen hantieren – ich mach mein Ding und lass mich nicht von denen verarschen.“

Viel mehr bedeute ihm momentan die Auszeichnung, die er gerade auf dem VW- und Audi-Treffen „24 Stunden von Kleinvollstedt“ als jüngster Teilnehmer erhalten habe. Zudem sei der Fernsehsender VOX auf ihn aufmerksam geworden, nachdem Laurin „The Beast“ in der aktuellen VW-Scene-Zeitschrift vorgestellt hatte. „Acht Stunden wurde ich gefilmt – ausgestrahlt werden viereinhalb Minuten“, sagt Laurin, der allerdings den Sendetermin noch nicht weiß. Bis dahin werden dem 13-jährigen Autotuner sicherlich noch viele Dinge einfallen, mit denen er seinen Golf weiter pimpen kann.

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erstellt am 13.Sep.2015 | 09:42 Uhr

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