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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 18:05 Uhr

Deutliche Strafen für Tankstellenräuber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sechs und drei Jahre Haft für die Haupttäter / Milde Strafe für jüngsten Räuber

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 04:57 Uhr

Deutliche Haftstrafen verhängte die von Strafrichter Eberhard Hülsing geleitete 3. Jugendkammer gestern im Fall der Tankstellenüberfälle in Burg, St. Michaelisdonn und andernorts. Sechs Jahre gab es für den 23-jährigen Haupttäter aus Wilster, drei für seinen Komplizen aus Heiligenstedten (22) und zwei Jahre für den mit 20-Jahren jüngsten Täter. Seine Strafe fiel nach dem milden Jugendstrafrecht und wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Für die beiden Älteren gab es keine Gnade, wobei der 23-Jährige bereits sitzt, der 22-Jährige noch auf freiem Fuß ist. Er kann als Selbststeller bei Haftantritt gleich Punkte sammeln. Doch zunächst dürfte bei beiden noch einiges an Strafzeit dazu kommen. Beide sind Bewährungsversager, denen nun der Widerruf gleich mehrerer Vorverurteilungen droht.

Der 1. Dezember 2012 war der Tattag. 2000 Euro Beute wollte das Trio in jener Nacht machen – mit Tankstellenüberfällen. Man hoffte, die Summe gleich in Burg an der Nordoel-Tankstelle von Thomas Bulla (49) zu erzielen. Doch Bulla reagierte rasch: Nachdem der 20-Jährige eine Baseballkeule in Kopfhöhe gegen eine Zwischentür knallte, zog der Tankstellenpächter die Tür zu, sperrte die Täter aus.

Ohne Beute zog das Trio weiter zur Tankstelle in St. Michaelisdonn. Dort blieb der 22-jährige im Auto, was sich auch auf die milde Strafe auswirkte. Auch dort blieb die Beute unter den Erwartungen. Die Täter waren der Tankstellenmitarbeiterin bis zum Nachtschalter einer Bank gefolgt. Sie schlugen erst zu, als die Frau die Geldbombe mit den hohen Geldbeträgen bereits im Nachttresor versenkt hatte. Die Täter mussten sich mit ihrem Portemonnaie, Inhalt 135 Euro, begnügen.

Am dritten und vierten Tatort der Nacht blieb es bei der Verabredung zum Verbrechen – so heißt es, wenn es beim Vorhaben bleibt. In Brunsbüttel vertrieben Feuerwehrleute die Täter, in Nordoe nahm die Polizei sie an der Tankstelle fest.

Es kamen noch weitere Taten hinzu – ein Praxis Einbruch in Heiligenstedten, ein versuchter Einbruch in einen Wilsteraner Supermarkt, ein Tankstellenraub in Brunsbüttel. Tatmotiv war Drogensucht. Die beiden Haupttäter brachten zwölf (der 22-Jährige) und 19 (der 23-Jährige) Einträge im Strafregister mit. Vor Gericht zeigten sich alle reuig, entschuldigten sich bei den Opfern. Besonders der Jüngste wirkte geradezu charmant. Hülsing bremste diesen Eindruck im Urteil, indem er bemerkte, dass er es war, der Bulla fast die Keule an den Kopf geschlagen habe.

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