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Feuerwehr : Deutlich mehr Einsätze als im Vorjahr

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Pflichtfeuerwehr im Luftkurort Burg muss wegen der Stürme öfter ausrücken. Die First Responder sind inzwischen häufig gefordert.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 14:15 Uhr

132 Einsätze fuhr Burgs Pflichtwehr im zu Ende gehenden Jahr bisher. Rechnerisch dürften noch um die fünf Einsätze hinzu kommen bis zum Jahreswechsel. Mit Einführung der First Responder-Einsatzgruppe ab Jahresbeginn 2013 ist die Zahl der Einsätze geradezu explodiert. Zum Vergleich: 2012 fuhr Burgs Wehr 40 Einsätze. Allein 59 Einsätze gab es in diesem Jahr für die First Responder.

Für die hohe Einsatzzahl 2013 sorgten besonders die Herbstorkane ,,Christian“ und ,,Xaver“. 26 technische Hilfeleistungen gingen allein auf das Konto der beiden Stürme, wobei vor allem ,,Christian“ Ende Oktober für reichlich umgestürzte Bäume sorgte. Während der Großlage bei den Stürmen erwies sich auch die enge Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW als hervorragend. THW-Zugführer Axel Tank und Pflichtwehrführer Hauptbrandmeister Thomas Kusch (33) pflegen einen kurzen Draht. Schnell hatten sie die Einsätze koordiniert. Mindestens einmal im Jahr üben Burgs Pflichtwehr und Burgs THW zudem miteinander zwecks Optimierung des Zusammenspiels im Ernstfall.

25 Brände löschte Burgs Wehr 2013, den letzten Anfang Dezember in der großen Schulstraße (wir berichteten). Bei dem Feuer zeigte sich einmal mehr, wie dringend eine Wärmebildkamera benötigt wird, um Glutnester sicher ausschließen zu können. Bisher musste bei Bränden deshalb meist Eddelaks Wehr mit ihrer Wärmebildkamera zur Unterstützung anrücken. Das soll sich Anfang 2014 ändern. Dann erhalten die Burger eine eigene Wärmebildkamera.

Damit ist Burgs Pflichtwehr dann komplett ausgerüstet, kann alle denkbaren Einsätze in ihrem Einsatzgebiet optimal fahren. Zudem wurde vor wenigen Wochen das Gerätehaus mit neuen elektrischen Toren ausgerüstet. Diese haben zugleich eine deutliche bessere Wärmedämmung und helfen hier Heizkosten sparen.

Doch auch bei der Ausbildung und der Motivation steht die vor fünf Jahren von Landrat Dr. Jörn Klimant formierte Pflichtwehr gut da. So fuhr man allein vier Sondereinsätze – von der großen Übung auf der Hochdonner Eisenbahnhochbrücke und der Absicherung des MTV-Laufs über einen Laternelauf bis hin zum Einsatz von fünf Burger Feuerwehrleuten beim Elbhochwasser in Sachsen-Anhalt.

Bei den von Löschmeister Frank Ole Ohlsen (45) initiierten First Respondern hat sich die Zahl der voll ausgebildeten Rettungskräfte von zehn auf 16 erhöht, darunter zwei Frauen. ,,Die Leitstelle ist zufrieden mit unseren First Respondern“, weiß Kusch, sonst würde man nicht so oft auf diese Ersthelfer zurückgreifen. Jeder First Responder beherrscht den Umgang mit einem Defibrillator im Schlaf, ebenso Herzmassage und Atemspende. Nur zwei bis drei Minuten brauchen die First Responder von der Alarmierung bis zum Ausrücken. Im von Buchholz bis Hochdonn reichenden Einsatzgebiet sind sie binnen vier bis fünf Minuten nach Alarmierung überall vor Ort. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens, sind so als erste Lebensretter vor Ort. Die Gruppe finanziert sich komplett aus Spenden. Aber auch die Gemeinde hat die First Responder zum Auftakt mit einem Defibrillator für ihr Einsatzfahrzeug unterstützt. ,,Wir konnten solide Hilfe leisten“, sagt Ohlsen, der im Hauptberuf seit rund 20 Jahren als Rettungsassistent in Dithmarschen Leben rettet.

Langsam aber stetig wächst die Pflichtfeuerwehr. Inzwischen ist sie nur noch zwei Mann unter dem für eine Gemeinde der Größe Burgs vorgeschriebenen Soll von 47 Feuerwehrleuten. Grundsätzlich könnte jeder Burger unter 50 zur Teilnahme verpflichtet werden. Kusch und seine Truppe setzen lieber auf eine gute Kameradschaft als Werbung für die junge Truppe mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren.Zudem locke das hohe Ausbildungsniveau. Wer lernen will, was eine Feuerwehr heute können sollte ist hier richtig. Vier junge Männer und Frauen fanden allein 2013 den Weg in die Pflichtwehr.


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