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Buch : Design-Buch aus Glückstadt erscheint in Südkorea

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dr. Catharina Berents, Direktorin des Glückstädter Detlefsen-Museums, schreibt „Kleine Geschichte des Design“. Das ist auch für Südkoreaner interessant.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 11:15 Uhr

Die Direktorin des Glückstädter Detlefsen-Museums hat ein Buch über „Die kleine Geschichte des Design – Von Gottfried Semper bis Philippe Starck“ geschrieben. Es ist auf so viel Interesse gestoßen, dass es jetzt auch in Südkorea erschienen ist. „Vom Verlag wurde ich gefragt, ob ich es noch Korrektur lesen möchte“, sagt Dr. Catharina Berents. Sie zeigt auf die Schriftzüge und lacht: Bis auf die Jahreszahlen kann sie nichts entziffern.

Das Buch richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern ist verständlich auf für den Laien. Die Idee, die es vermitteln soll: „Wann hat man angefangen, bewusst Gegenstände zu gestalten?“, erklärt Dr. Berents. Das Datum sei festzumachen: 1851 bei der großen Weltausstellung in London. „Dort gab es Objektschauen, die in der Gestaltung bis hin zu Gewächshäusern reichten.“

Schon die Griechen hatten Vorstellungen von Formen. „Das Interessante ist, es waren früher nur Einzelstücke.“ Die Massengestaltung kam erst mit der Industrialisierung. Sie begann im 19. Jahrhundert mit der „historischen Phase“. „Alle Stile tauchten dort auf. Dagegen richteten sich die Stile der Reformer. Sie hatten die Idee des künstlerisch handwerklichen.“

Im Buch beschreibt Dr. Berents „den kompletten Gang durch die Entwicklung“. Als Pionier des Design beschreibt die Autorin Christopher Dresser (1834-1904). Im Buch werden auch Bilder von seinen Stücken gezeigt, so auch ein schön gestalteter Rotweinkrug und eine „erstaunlich moderne“ Zuckerschale. „Einiges wird heute wieder aufgelegt.

Sie schreibt auch von „verfehltem Design“. Von der Zitronenpresse, die 1990 von Philippe Starck auf den Markt kam. Zitronen sollte man damit nicht pressen, so der Hinweis der Hersteller. Denn die Säure könnte die Vergoldung angreifen. „Wichtiger war, über die Zitronenpresse zu sprechen, als sie zu benutzen.“

Dr. Berents schlägt einen weiten Bogen bis hin zur jetzigen Zeit. So ist auch die Gestaltung von Computern und iPads Thema. „Große zeitgenössische Designer sind bekannt wie Filmstars und setzen sich auch ganz ähnlich in Szene.“ Die bekannten werden von der Autorin auch zitiert.

Design leite sich vom italienischen „designo“ her und bedeutet Zeichnung. Deshalb wurde im 19. Jahrhundert Design im Wesentlichen mit Zeichnung assoziiert, in Deutschland hießen damals Designer schlicht Mustermacher. „Damit ist gesagt, dass das Design eine Wurzel im Ornament hat und dass dieses Erbe nie verloren ging.“

Wie sich Formen und Gestaltung im Laufe der Jahrzehnte ändern, dass ist ein spannender Aspekt des Buches.


>Kleine Geschichte des Design- Von Gottfried Semper bis Philppe Starck, beckschereihe, Verlag Beck, 12,95, ISBN 978-3-406-62241-0

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