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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 19:25 Uhr

Nebenberuf : Der Weihnachtsmann kommt ohne Rute

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gunter Buck schlüpft zum Fest und zu Weihnachtsfeiern in das rot-weiße Kostüm.

Gunter Buck weiß, welche Kinder sich die Zähne putzen und welche keine Lust auf das Reinemachen habe. Er weiß, wer seine Hausaufgaben erledigt und wer faul ist. Und manchmal weiß er sogar, wenn Papa zu viel arbeitet oder Mama zu viele Einkäufe macht. Denn der 65-Jährige ist Weihnachtsmann im Nebenberuf und als solcher muss er schließlich wissen, wer sich zum Fest seine Geschenke verdient hat. Roter Mantel, weißer Bart sowie Mütze, Handschuh und Stiefel verwandeln den Rentner in die Gestalt, die im Advent und am Heiligen Abend zahlreiche Kinder begeistern wird.

„Von drauß’ vom Walde komm ich her...“, mit diesem Gedicht beginnt Gunter Buck meist seinen Besuch in den weihnachtlichen Stuben. Gerne lauscht er auch den Versen der Kinder, die den Kleinen vor lauter Aufregung nicht immer ganz leicht von den Lippen gehen. „Da kommt es schonmal zu peinlichen Situationen“, weiß Gunter Buck aus Erfahrung. Doch mit einem Lächeln und ein paar guten Worten weiß der Weihnachtsmann die Lage zu entspannen.

Überraschte Blicke sind ihm sicher, wenn er die Kinder auf Dinge anspricht, die nicht so gut gelaufen sind, wie etwa das schon erwähnte Zähneputzen oder das Erledigen der Hausaufgaben. Aus Vorgesprächen oder Mails der Eltern weiß Gunter Buck genau Bescheid, wo es bei den Kindern hapert. Doch vor diesem Weihnachtsmann muss sich niemand fürchten. „Eine Rute trage ich aus Prinzip nie bei mir“, sagt der Kellinghusener, „die Kinder sollen mich ja in guter Erinnerung behalten.“

Seine Karriere als Papa Noël begann für den Vater und Großvater in der eigenen Familie. Früher legte er das rot-weiße Kostüm an, um seiner Tochter die Geschenke zu bringen. Als Buck im Jahr 2010 in Rente ging, beschloss er, am Heiligen Abend auch in Familien aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis aufzutreten. „Nachdem ich 30 Jahre lang in der Senioren- und Sozialarbeit tätig war, kann ich ja auch mal jungen Familien etwas Gutes tun“, so sein Gedanke. Seit neustem lässt er sich offiziell über die Arbeitsagentur vermitteln. „Dort wurden Weihnachtsmänner gesucht, da habe ich mich gemeldet“, berichtet er. Erste Anfragen, auch von Vereinen, hat er schon bekommen, doch es ist noch Luft im Terminkalender des himmlischen Geschenkbotens.

Am Heiligen Abend hat er sich übrigens selbst ein Limit gesetzt, denn schließlich muss der Weihnachtsmann ja auch noch selbst im Kreise seiner eigenen Familie feiern. Um 19 Uhr legt er den roten Mantel ab und ist dann ganz für Frau, Tochter und Enkel da.

>Kontakt über die Arbeitsagentur Heide: 0481/98327, heide111-biz@arbeitsagentur.de

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